Bergtouren Touren

Schärtenspitze: Eis, Fels und Kuchen

Vorbei an einem sterbenden Gletscher, über einen schroffen Steig und schon landet man auf der Schärtenspitze im Herzen der Berchtesgadener Alpen.

Die Schärtenspitze (2.153 m) ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer in den Berchtsgadener Alpen. Sie gehört zum Hochkaltermassiv und liegt oberhalb des Blaueisgletschers, dem nördlichsten Gletscher der Alpen. Die Tour auf die Schärtenspitze eignet sich hervorragend als Vorbereitung für größere Ziele wie den Hochkalter oder den Watzmann.

  • Anfahrt: Von Berchtesgaden nach Ramsau, durch den Ort und weiter der Beschilderung Richtung Hintersee folgen.
  • Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Seeklause kurz vorm Hintersee.

Nachdem uns das sehnsüchtig erwartete Sommerwetter pünktlich zur Klausurzeit erreicht, verlegen wir kurzer Hand unseren Lerntag auf die Blaueishütte und nehmen die Schärtenspitze noch flink mit.

Über einen Jägersteig zur Blaueishütte

Vom Wanderparkplatz Seeklause starten wir frohen Mutes Richtung Blaueishütte. Zügig marschieren wir die steile Forststraße hinauf. An der beschilderten Linkskurve verlassen wir den Normalweg und folgen der Schotterstraße rechts, die bald in einem kleinen Parkplatz endet. Hier zweigt links ein Steig in den Wald ab. Den genauen Routenverlauf könnt ihr dem GPS-Track am Ende des Artikels entnehmen.

Über Wurzeln, Steine und größere Stufen windet sich der Weg hier zügig nach oben. Obwohl der Wald angenehmen Schatten spendet, fließt uns das Wasser in den Strömen von den Wangen. Schon bald erreichen wir wieder den Normalweg und folgen der Forststraße die letzten Meter bis kurz vor die Materialseilbahn. Hier endet die Forststraße. Die letzten Höhenmeter zur Blaueishütte überwindet man auf einem stufigen und steinigen Weg.

Vom Blaueis auf die Schärtenspitze

Die Blaueishütte lassen wir schnell hinter uns und machen uns Richtung Schärtenspitze auf. Der Weg ist mittlerweile ganz schön holprig und schlängelt sich durch ein Gesteinsmeer auf den Gletscher zu. Jetzt zu Beginn des Sommers ist der Gletscher noch mit einer Menge Schnee bedeckt. Wie mager er schon ist, sieht man ihm fast nicht an. An seiner dicksten Stelle misst das Eis wohl nur mehr an die zehn Meter.

Auf Höhe der Schärtenspitze führt uns der Weg über ein Schneefeld. Danach geht es über einen teilweise drahtseilversicherten Steig die letzten Höhenmeter zum Gipfel. Den Blaueisgletscher und den Hochkalter zur rechten und den Hintersee zur linken.

Immer wieder wechseln kleine drahtseilversicherte Kletterstellen mit schottrigen Passagen ab. Hier ist das perfekte Gelände alpine Luft zu schnuppern und sich in anspruchsvollerem Gelände auszuprobieren.

Die schweren Stellen sind nur leicht ausgesetzt. Das sichere Seil hat man stets in Griffweite. So können auch Anfänger Erfahrungen für schwierigere Touren sammeln und ihre Trittsicherheit testen .

Die letzten Höhenmeter legen wir schnell zurück und dann sind wir schon auf dem Gipfel. Wir nehmen uns Zeit, die Aussicht auf den Watzmann, das Steinerne Meer und den Hochkalter zu genießen. Hier oben ist ein super Ort, um Pläne für andere mögliche Bergtouren zu schmieden. Die Möglichkeiten rings um scheinen endlos.

Schweren Herzens müssen wir uns dann doch von der sagenhaften Aussicht losreißen. Wir folgen dem Aufstiegsweg zurück zur Hütte. Mit jedem verloren Höhenmeter steigt die Vorfreude auf eines der legendären Kuchenstücke in der Blaueishütte. Mit diesen Aussichten dauert es nicht lange, bis wir wieder die Hütte erreichen.

So macht lernen Spaß!

Mit einem Stück Kuchen in der Hand und einem Gipfel in den Beinen fällt es uns nicht weiter schwer, dem Uni-Stoff zu widmen. Schon bald sind wir so in „Trainingswissenschaften“ vertieft, dass es uns gar nicht auffällt ,wie schnell die Zeit verfliegt.

Erst die rauchenden Schädel und der Magen, der sich nach einem deftigen Abendessen sehnt, holen uns zurück. Um mittlerweile 18 Uhr starten wir den Rückwegs ins Tal.

Tourdaten

  • Aufstieg: 3 Stunden
  • Höhenmeter: 1.300 hm
  • Kilometer Aufstieg: 5,6 km

2 comments on “Schärtenspitze: Eis, Fels und Kuchen

  1. Tolle Tour und mit dem Kuchen am Ende auch die passende Belohnung…der beste Kuchen der Alpen!

    Auch ein interessanter Abstieg ist auf der anderen Seite runter, über die Eisbodenscharte und die Hochalm.
    Nachteil: Man muss für den finalen Kuchen nochmal aufsteigen, nachdem man rüber zur Schärtenalm gequert ist. 😉

    Gefällt 1 Person

    • Stimmt, der Kuchen ist gigantisch! Oder man nimmt den Aufstieg über die Eisbodenscharten und geht über’s Blaueis runter. Es gibt definitiv noch mehrere schöne Varianten.

      Gefällt 1 Person

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