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Zeitige Hochtouren-Klassiker

Auf diesen Hochtouren findest du früh in der Saison gewöhnlich die besten Verhältnisse!

Feiner Stapfschnee statt Blankeis auf den Firngraten der Westalpen und dicke Brücken anstatt tiefer Spalten auf den Gletschern. Auf Hochtouren entscheidet gutes Timing über den Genuss aber auch über die Sicherheit beim Auf- und Abstieg. Wir zeigen dir 5 Hochtouren-Klassiker aus den West- und Ostalpen, bei denen du früh in der Saison für gewöhnlich die besten Bedingungen antriffst!

Biancograt: Die Traumlinie auf den Piz Bernina (4.049 m)

Es sind Schritte, von denen unzählige Bergsteiger auf der ganzen Welt träumen. Die Schritte über die geschwungene Firnschneide des Biancograts auf den Piz Bernina.

Der Piz Bernina ist mit 4.049 m der einzige 4.000er der Ostalpen, der Biancograt aber vielleicht einer der bekanntesten Anstiege der gesamten Alpen. Einige behaupten auch einer der schönsten.

Willst du am Biancograt gute Verhältnisse vorfinden, sollte die Firnschneide noch von einer soliden Schneeschicht überzogen sein. Zu Beginn der Sommersaison stehen die Chancen dafür am besten.

Bei Blankeis kann es vor allem im oberen, bis zu 45° steilen Teil des Grates ungemütlich werden und den Einsatz von Eisschrauben und Seilsicherung nötig machen. Besser, man begeht den Biancograt bei gutem Stapfschnee, spart sich die Sicherei und genießt die Himmelsleiter ohne Angst zu haben, abzurutschen.

Biancograt Piz Bernina
Traumlinie. Über den Biancograt auf den Piz Bianco und den Piz Bernina

Aber nicht nur der Grat selbst, auch der Anstieg zur Fuorcla Prievlusa, der Scharte, auf der man in den Grat einsteigt, ist früh in der Saison sicherer und komfortabler. Liegt noch genügend Schnee, kann man über ein steiles Schneefeld und ein Schneeband zur Scharte stapfen.

Später im Jahr, wenn kein durchgehendes Schneeband mehr vorhanden ist, sollte man unbedingt den Anstieg über den Klettersteig links davon wählen. Am Rande des Firnfeldes bröckelt das Gestein ohne den verfestigenden Schnee nämlich unangenehm ab.

Papstweg: Mont Blanc Überschreitung von Italien nach Frankreich

Wer den Mont Blanc am Papstweg von Italien nach Frankreich überschreitet, erarbeitet sich den höchsten Alpengipfel ehrlich vom Tal aus. Denn keine Seilbahn verkürzt hier den Aufstieg. Und man umgeht die Masse an Bergsteigern, die gewöhnlich über den französischen Normalweg auf- und absteigt. Das Rifugio Gonella bietet nur etwa 40 Personen Platz, weshalb am italienischen Normalweg auf den Mont Blanc deutlich weniger Betrieb ist.

Einziger Nachteil der Route: Sie führt nach der Gonella Hütte über den extrem zerklüfteten und spaltenreichen Miage-Gletscher.

Grat zum Piton des Italiens am Mont Blanc, kurz nachdem man den Miage Gletscher verlassen hat.

Zu Beginn der Hochtouren-Saison und nach schneereichen Wintern sind die Brücken dick und viele Spalten noch ganz eingeschneit. Später in der Saison ist der italienische Normalweg wegen der riesigen, offenen Spalten oft gar nicht mehr begehbar.

Du willst den Mont Blanc über den italienischen Normalweg besteigen? Dann am besten, sobald die Gonella Hütte Mitte Juni öffnet!

Lyskamm-Überschreitung: Auf Messers Schneide

Die Firnschneide des Lyskamms schwingt sich elegant vom 4.479 Meter hohen West- zum 4.527 Meter hohen Ostgipfel. Drei Kilometer lang und teilweise nur zwei Fuß breit ist dieser Tanz über dem Abgrund an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz.

Engstelle ist am Lyskamm ein sehr dehnbarer Begriff. Er ist gewiss eine der schönsten Firnlinien der Alpen!

Auf beiden Seiten geht es Hunderte Meter in die Tiefe, nach links über die Nordwand des Lyskamms auf den Grenzgletscher, nach rechts auf den Lysgletscher. Bei schlechten Schneeverhältnissen, starker Überwechtung, Vereisung oder Sturm verwandelt sich die technisch einfache Route in eine riskante Unternehmung.

Wer am Grat gute Schneeverhältnisse vorfinden möchte, sollte ihn eher früh in der Saison begehen. Bei Vereisung können einige Passagen sowie der Aufstieg zum Westgipfel schnell unangenehm werden. Wir hatten nach frischem Schneefall Ende Juli perfekte Bedingungen und feine Trittspuren.

Hochtouren-Klassiker im Wallis: Über den Festigrat auf den Dom (4.545 m)

Beeindruckend und hoch wacht der Dom über den kleinen Ort Randa im Schweizer Wallis. Den Dom erarbeitest du dir ehrlich vom Tal aus, den hier verkürzt keine Seilbahn den langen Zustieg.

Krönen kannst du die Hochtour mit dem aussichtsreichen und kombinierten Anstieg über den Festigrat. Mit dem Abstieg über den Normalweg wird die Besteigung des Doms zu einer runden und kurzweiligen Hochtour.

Dom Festigrat
Steile Querung am Festigrat im Angesicht riesiger Gletschertürme.

Bei Blankeis kann diese vermeintlich einfache Tour heikel und gefährlich werden, da mehrmals steile Flanken gequert werden müssen. Der Festigrat wird im Mittelteil bis zu 50° steil und die Anforderungen bei der Tour steigen bei schlechten Verhältnissen gleich deutlich an.

Die Domhütte startet meist Ende Juni in die Sommersaison. Wir empfehlen, die Tour möglichst zeitig in der Sommersaison zu unternehmen. Die Hütte hat auch einen Winterraum, falls du den Festigrat schon früher machen möchtest.

Hochtour in den Berchtesgadener Alpen: Übers Blaueis auf die Blaueisspitze und den Hochkalter

Damit die Ostalpen nicht vollends unterrepräsentiert sind, haben wir hier noch einen Tourentipp aus den Berchtesgadener Alpen. Der Blaueisgletscher ist der nördlichste noch erhaltene Gletscher der Alpen.

Er liegt an der Nordseite des Hochkalters, eingebettet zwischen Blaueisspitze (2.480 m), Hochkalter (2.607 m) und Kleinkalter (2513 m) oberhalb des Hintersees im Bergsteigerdorf Ramsau bei Berchtesgaden.

Wegen seiner geringen Höhenlage ist der Blaueisgletscher vom Gletscherschwund noch stärker betroffen als die anderen Gletscher der Alpen. Weit hat sich seine Zunge schon zurückgezogen. Im Hochsommer ist er oft nur noch als steiles Schnee- und Eisfleckchen in der steilen Nordflanke des Hochkalters erkennbar.

Weit zurückgezogen schlummert der Blaueisgletscher zwischen Blaueisspitze und Hochkalter.

Über den im oberen Teil ziemlich steilen Gletscher kannst du zur Blaueisscharte auf etwa 2.400 m aufsteigen. Von der Blaueisscharte gelangst du links in leichter Kletterei auf die Blaueisspitze und zur rechten (Schwierigkeit UIAA II) zum Hochkaltergipfel.

Im Laufe des Sommers klafft am Blaueisgletscher meist eine riesige Randkluft auf und macht das Durchkommen im oberen Teil so fast unmöglich. Im Juni und Juli ist die Randkluft normalerweise noch gut geschlossen und der Aufstieg über den ca. 40° steilen Gletscher in gutem Stapfschnee ein echter Genuss!

Der Artikel zur Tour ist leider noch nicht ganz fertig. Wir reichen ihn so bald wie möglich nach.

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