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Aufladen, aufleben, abheben: Shades of Winter Freeride-Camp in Gastein

Shades of Winter Freeride Camp

Freeride-Profi Sandra Lahnsteiner vereint Mädels aus der ganzen Welt beim Skifahren im Gasteinertal.

Bilder: Christoph Oberschneider

Dicke Schneeflocken segeln auf Bad Gastein herab, als ich mir mit dem Auto einen Weg durch die engen, schneebedeckten Gassen bahne. Schon die Anreise ins Hotel Miramonte ist aufregend und gibt einen Vorgeschmack darauf, was mich in den nächsten drei Tagen erwarten wird. Gastein versinkt im Schnee. Für die Teilnehmerinnen des Camps bedeutet das: Champagne-Powder, Pillow-Drops und Sprays bis die Sonne untergeht.

Hier kannst du dich für das Shades of Winter Camp in Gastein anmelden!

Shades of Winter Freeride Camp
Gastein im Winterkleid.

Basecamp Hotel Miramonte

Ich checke im Design-Hotel Miramonte ein, das Sandra für dieses Wochenende als unsere Base ausgesucht hat. Ein gutes Händchen beweist Sandra nicht nur bei der Auswahl des Skigebiets, sondern auch bei der Unterkunft. Ich tauche ein in eine Welt aus 60er-Jahre Glamour und Alpinstil – schick verpackt in Schafsfellen. In meinem Zimmer steht ein Zirbenbett, angrenzend ein Vintage-Badezimmer und im Keller sprudelt Thermalwasser aus hauseigenen Quelle.

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Am Abend treffen wir uns zum Essen an einer langen Tafel. Endlich lernen sich alle Mädels untereinander kennen. 16 Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren aus sechs Nationen sitzen sich gegenüber. Die Augen einer jeden glänzen erwartungsvoll.

Warum wir hier sind

Wir stellen uns einander vor. Da sind Lina, Ann, Sheila, Lena, Kessi, Emma, Regina, Anja und viele weitere Mädels. Und natürlich unsere Coaches Sandra und Sabine Schipflinger. Sandra will wissen, warum wir hier sind. Oft werden die gleichen Gründe genannt. Die Mädels wollen ein Wochenende mit Menschen verbringen, die dieselbe Leidenschaft teilen. Sie möchten unter Mädels sein, ohne Druck Skifahren, Spaß haben, ihre Angst ablegen und sich unter der Anleitung eines Profis weiterentwickeln.

Hotel Miramonte
Gemeinsames Abendessen im Design-Hotel Miramonte.

Nach einem fantastischen Abendmenü besprechen wir den Plan für die nächsten Tage. Oder anders: Wir vertrauen auf Sandras Ortskenntnisse und überlassen ihr die Auswahl der besten Lines. Weil der Schnee gerade in Massen fällt und die Lawinengefahr stetig steigt, werden wir uns morgen und übermorgen in den sicheren Wäldern Gasteins aufhalten.

Unglücklich ist darüber keine der Mädels. Denn wir alle wissen: Treeruns bei brusttiefem Powder sind eines der coolsten Dinge überhaupt.

Freeriden in Gastein

Den nächsten Morgen starten wir mit Schneeschaufeln. Über ein halber Meter hat sich letzte Nacht auf unseren Autos angesammelt. Danach fahren wir in Fahrgemeinschaften ins Angertal zwischen Stubnerkogel und Schlossalm. Für Sandra ein echter Geheimtipp, weil dort viele Waldabfahrten einfach vom Lift aus erreichbar sind.

Die Berge von Gastein bieten viele abwechslungsreiche Varianten: Nordseitige breite Abfahrten mit Powder bis am Nachmittag, Südhänge mit Firn, schnelle Treeruns, Rinnen und sogar echte Big Mountain Abfahrten in Sportgastein.

Shades of Winter Freeride Camp
LVS-Training mit den Freeriderinnen Sandra und Sabine.

Bevor wir uns in den Powder stürzen steht ein LVS-Training an. Überall piepst es, es wird eingekreuzt, sondiert und geschaufelt. Und als die Blicke hinauf auf den Berg immer sehnsüchtiger werden, gibt Sandra ihr Go und die Mädels stürmen zum Lift. It’s all about fun, bekräftigt Sandra in den nächsten Tagen immer wieder. Sie will die Girls ermutigen, an ihre Fähigkeiten zu glauben, in der Gruppe etwas auszuprobieren, was sie sich sonst vielleicht nicht getraut hätten.

Shades of Winter Freeride Camp

Shades of Winter Freeride Camp

Wir bekommen Tipps, wie wir uns sicherer im freien Gelände bewegen, welche Technik-Tricks im Powder helfen und worauf wir unseren Fokus richten müssen, um eine Line von oben bis unten durchzufahren.

Shades of Winter Freeride Camp
Genial! Treeruns in Angertal.

Es ist jedes Mal verblüffend, welchen Unterschied einfache Tipps machen können. Sogar ich als gute, erfahrene Skifahrerin fühle mich plötzlich viel sicherer. Und den anderen Mädels geht es genauso. Es hagelt haufenweise High-Fives. Ein Whooo nach dem anderen tönt durch den Wald.

Am Ende des Tages sind alle geschafft. Auf die gute Art. Jede der Mädels hat sich an eine neue Erfahrung herangetastet. Alle haben ihre ersten Drops versucht und auch gestanden.

Shades of Winter Freeride Camp
Dropping – unter dem kritischen Auge von Sandra Lahnsteiner.

„Ich liebe die Vielseitigkeit, die Gastein bereithält“, erzählt uns Sandra beim Abendessen. „Besonders Sportgastein mit seinen hochalpinen Abfahrten ist ein echtes Highlight. Man findet bei jeder Wetter- und Lawinenlage etwas. Bei dichtem Schneefall vergnügt man sich bei Waldabfahrten und bei schönem Wetter locken weite Hänge und geniale Big Mountain Abfahrten.“

Klar, dass wir jetzt alle unbedingt nach Sportgastein wollen. Aktuell ist die Straße dort hin wegen des Schneefalls geschlossen. Tag zwei verbringen wir deshalb am Stubnerkogel hoch über Bad Gastein. Das Gelände ist hier etwas offener als im Angertal und wir können trotz dichtem Schneefall über viele Varianten ins Tal cruisen.

Highlight Sportgastein

Am Vorabend des letzten Camp-Tages verkündet Sandra, dass die Straße nach Sportgastein am nächsten Morgen öffnen wird. Die Mädels sind sofort in heller Aufregung. Für morgen ist Sonnenschein gemeldet. Das wird einer jener Traumtage mit fetten Lines am ersten schönen Tag nach einer Ladung Neuschnee. Eingerahmt vom Bergpanorama der Hohen Tauern.

Der letzte Tag des Camps ist einer dieser typischen Freeride-Tage. Anspannung liegt in der Luft. Jeder will der erste am Berg sein. Noch bevor die Gondel in Betrieb geht, bildet sich eine lange Schlange vor den Drehkreuzen. Die durchschnittliche Mittelbreite der Skier beträgt sicher 110 cm. Es sind fast nur Freerider da. Jeder hat ein dickes Grinsen im Gesicht. Die ABS-Rucksäcke sind scharf gestellt. Die Goggles auf Hochglanz poliert.

„Wir machen es anders, als die anderen“, flüstert uns Sandra in der Schlange zu. „Wir steigen an der Mittelstation aus.“ Die Mädels blicken Sandra verwirrt an. Aber ihre Logik ergibt schnell Sinn. Während alle anderen bis zur Bergstation hochfahren, haben wir das Gelände unterhalb der Mittelstation für uns allein.

Dank Sandras schlauem Zugang zerpflügt unsere Mädels-Gang bald die Hänge unterhalb der Kreuzkogel Mittelstation. Die ersten drei Fahrten haben den halben Berg fast für uns allein. Wir wagen uns an größere Sprünge und ein paar Mädels trauen sich sogar über einen 360.

Das absolute Highlight des Tages aber ist die Abfahrt der Kreuzkogel Nord. 8 Kilometer und 1.400 Höhenmeter geniales Freeride-Gelände liegen vor uns. Der frische Pulverschnee glitzert noch in der Mittagssonne. Man sieht Sandra den Stolz an, dass sich einige der Mädels die herausfordernde Abfahrt zutrauen.

Wir ziehen unsere Lines über perfektes Skigelände. Ein Haufen Woo-Girls erobert den Kreuzkogel. Die breiten Hänge sind noch beinahe unverspurt. Nur ganz unten im Waldstück kanalisieren sich die Spuren und wir schlängeln uns durch eine herausfordernde Buckelpiste. Auch das macht Spaß!

Die Abfahrt endet an der Mautstation Sportgastein. Mit den Skibus fahren wir zurück nach Bad Gastein. Allen fällt es schwer, auf Wiedersehen zu sagen. Der Sport und die Freude am Skifahren haben uns die letzten Tage zusammenwachsen lassen.

Mit vielen der Mädels bin ich auch mehrere Monate nach dem Camp noch in Kontakt. Mit Ann zum Beispiel, die am ersten Tag gesagt hat, die habe Angst vor steileren Abfahrten und im selben Atemzug erzählt, dass sie Wingsuit-Fliegerin ist. Oder mit Lena, die nach dem Camp bei ihren ersten Freeride-Contests teilgenommen hat. Es ist dieses Verbindende, das das Shades of Winter Camp für mich so besonders gemacht hat.

Auch dieses Jahr bietet Sandra zwei Camps in Österreich an. Hier kannst du dich anmelden:

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