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Trailrunning-Talent Sandra Koblmüller im Interview

Sandra Koblmüller gehört zu den größten Trailrunning-Talenten Österreichs. Im Interview verrät sie, was sie am Trailrunning liebt und warum man unbedingt beim Glockner Ultratrail starten sollte.

Liebe Sandra, zu aller erst herzlichen Glückwunsch zu deinem sensationellen Ergebnis bei den Trailrunning Weltmeisterschaften. Deine erste WM und dann gleich Platz 9! Was bedeutet das Top-Ten-Resultat für dich?

Danke. Mit dem Ergebnis habe ich mich selbst am meisten überrascht. Eigentlich wäre ich mit einer Platzierung im Mittelfeld so um den 50. Platz sehr zufrieden gewesen. Dieser Top 10 Platz inmitten der Elite bedeutet mir sehr viel und hat mir viel Selbstvertrauen gegeben für die Zukunft.

Das ist die beste Platzierung, die je eine Österreicherin bei der Trailrunning WM erreicht hat. Welchen Stellenwert hat das Trailrunning deiner Meinung nach bei uns?

Trailrunning ist noch eine sehr junge Sportart, die jedoch sehr boomt und stark am Wachsen ist. Das zeigt auch das hochkarätige Starterfeld mit über 100 Frauen aus 39 Nationen bei der WM. Vor allem in Ländern wie Frankreich, Italien, Canada, USA hat das Trailrunning schon einen sehr hohen Stellenwert. Österreich hinkt hier noch etwas nach. Doch ich glaube, die Zukunft liegt eindeutig im Trailrunning!

(c) David Wallmann

Was liebst du so am Trailrunning?

Draußen in der Natur zu sein, die Abwechslung und Vielfalt, viele Wege und Plätze erkunden, aber auch die Einfachheit, alles was man braucht sind ein paar Schuhe und los geht’s.

Wie kann man sich das Leben einer professionellen Trailrunnerin vorstellen? Was genau und wie häufig in der Woche trainierst du?

Naja Profi bin ich nicht. Ich würde sagen es ist meine große Leidenschaft, in die ich sehr viel meiner Freizeit investiere. Im Training liebe ich die Abwechslung: von langen Läufen, Bergwanderungen bis hin zu kurzen Speedeinheiten im Flachen ist alles dabei. Außerdem sitze ich gerne am Rad, egal ob Mountainbike oder Rennrad.

(c) David Wallmann

Wie sieht deine Ernährung beim Trailrunning allgemein und bei Wettkämpfen aus? Isst du da etwas Spezielles oder einfach das, worauf zu Lust hast?

Ich habe keine spezielle Ernährung. Ich achte jedoch darauf, mich möglichst abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Vor Wettkämpfen esse ich nicht viel anders, meistens gibt’s ein Brot mit Marmelade oder Haferflocken und Kaffee oder Tee dazu.

Susi und ich werden demnächst unseren ersten Ultratrail laufen und haben uns dafür den Großglockner Trail über die 50 Kilometer ausgesucht. Du hast die Distanz letztes Jahr bei den Frauen gewonnen. Wirst du dieses Jahr deinen Titel verteidigen?

Zuerst mal sehr gute Entscheidung. Der Großglockner Ultra war auch mein erster Ultra. Auch heuer werde ich wieder teilnehmen und natürlich versuchen, meinen Titel zu verteidigen. Es wird sicher nicht einfach, doch ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben.

Was ist das Besondere am Glockner Ultratrail? Warum sollte man daran teilnehmen?

Auf jeden Fall die einzigartige Strecke. Von Schneefeldern, steilen Rampen, flowigen Trails über Wasserfallüberquerungen ist alles dabei was das Trailherz höherschlagen lässt. Natürlich auch der Mythos „Großglockner“ als höchster Berg Österreichs ist etwas Besonderes. Großes Lob an die Organisation, die eine tolle Veranstaltung auf die Beine stellt!

Welche Tipps kannst du uns für unseren ersten Ultratrail mitgeben?

Keine konkreten Zeitziele setzen. Beim ersten Ultra zählt sicher das durchkommen und die Freude am Trailrunning zu finden.

Wichtig und entscheidend ist sicherlich auch die Versorgung während des Rennens. Nicht aus Gewichtsgründen mit Wasser sparen und auch ausreichend Kohlenhydrate in Form von Gels, Riegeln, Bananen zu sich nehmen. Je nachdem was man gewöhnt ist und im Training ausprobiert hat.

Und ganz wichtig Spaß dabei haben und diese atemberaubende Landschaft genießen. 😀

Langdistanzen von über 50 Kilometern sind hart. Wie hast du es anfangs geschafft, durchzuhalten?

Durch gezieltes Training. Einen Ultra rennt man nicht von heute auf morgen. Vernünftig wäre es, klein anzufangen mit z.B. 10 km und sich langsam an die Distanz herantasten. Unser Körper v.a. Sehnen, Bänder und Knochen brauchen eine Weile, um sich an solche Belastungen zu gewöhnen. Um auf Dauer verletzungsfrei zu bleiben, sollte man deshalb nur langsam die Umfänge steigern. Ich habe in meiner Jugend bereits mit dem Ausdauersport begonnen und somit eine gute Basis gelegt.

(c) David Wallmann

Hat es Momente gegeben, an denen du dir gedacht hast: Scheiß drauf, ich setzt mich hin und lass es?

Momentan zum Glück noch nicht. Mein oberstes Ziel ist immer ins Ziel zu kommen. Wenn man schon beim ersten Einbruch das Handtuch schmeißt, dann ist man beim Ultralaufen falsch.

Bringt dich ein Ultratrail nicht nur körperlich, sondern auch mental an deine Grenzen?

Je länger die Distanzen werden, umso wichtiger wird der Kopf sprich die mentale Komponente. Die Füße werden früher oder später einfach schwer und das Laufen geht nicht mehr ganz so locker wie am Anfang. Die Kunst ist es, hier den Körper auszutricksen, einfach weiterzulaufen und das Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Jeder, der schon mal einen Ultra gelaufen ist, weiß wie wichtig die mentale Komponente ist.

(c) David Wallmann

Was hast du diese Saison noch vor?

Die Trailrunning WM war mein Saisonhighlight, auf das ich mich ganz gezielt vorbereitet habe. Als nächstes großes Ziel steht die Titelverteidigung beim Glockner auf meinem Plan. Weiter habe ich noch nicht geplant. Ich möchte noch zwei Ultras machen. Welche und wann werde ich aber dann spontan entscheiden. Jedoch würden mich  Matterhorn, Ultraks und Sellaronda reizen. Mein Abschluss wird höchst wahrscheinlich wieder ein Etappenrennen auf den Azoren werden.

Liebe Sandra, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dir viel Erfolg für die nächsten Rennen und freuen uns mit dir zusammen beim Glockner Ultratrail anzutreten.

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