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Abenteuer Wilder Kaiser

Brennende Gipfel und tiefe Schluchten. Unser wild-gemütliches Wochenende im Wilden Kaiser.

Sechs Tage, sechs verschiedene Bergsportarten. Während der Bergsportwoche lernt man den Wilden Kaiser von seiner vielfältigsten und wildesten Seite kennen. Wir waren einen Tag dabei und konnten zur Sommersonnenwende neben hohen Gipfeln und tiefen Schluchten auch die berühmten Tiroler Bergfeuer bestaunen.

Der Kaiser brennt

Bergfeuer zur Sonnenwende haben in Österreich und besonders in Tirol eine lange Tradition. Seit dem Mittelalter werden dort rund um den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres Sonnwendfeuer entzündet. In vielen Gemeinden Tirols erleuchtet auch das Herz-Jesu-Feuer. Dieses geht auf den Herz-Jesu-Schwur im Jahr 1796 zurück, der in Tirol Einheit im Kampf gegen Franzosen und Bayern herstellen sollte. Zum Zeichen des Schwurs wurden damals Bergfeuer entfacht.

Auch am Wilden Kaiser brennen zur Sonnenwende die Berge. Am Hartkaiser, den man mit der Harkaiserbahn in Ellmau erreicht, werden bei der Grillparty „Feiabrenna“ die Bergfeuer gefeiert.

Wir wollen uns beides nicht entgehen lassen: Das leckere Grillbuffet und die Lichterketten, die den Gebirgsgrat des Kaisers bei Einbruch der Dunkelheit schmücken werden.

Abends um 7 steigen wir – für uns ganz ungewöhnlich – in die Gondel, die uns ins Skigebiet gegenüber des Wilden Kaisers bringt. Von hier hat man den besten Blick auf die Sonnwendfeuer, verspricht uns Birgit vom Tourismusverband. Sie stellt uns den Teilnehmern der Bergsportwoche vor, die wir morgen auf ihren Touren begleiten werden.

Mit vereinten Kräften plündern wir das Grillbuffet, machen es uns pünktlich nach Sonnenuntergang auf der Almwiese gemütlich und erwarten gespannt das erste Aufflackern der Feuer am Kamm des Kaisers.

Die Berge gehen im Schatten der Dunkelheit in Deckung. Lange hält ihre Tarnung nicht. Schon bald verbindet eine Lichterkette die Gipfel des Wilden Kaisers. Es lodert vom Scheffauer im Westen bis zur Maukspitze im Osten.

Unterhalb der Gipfel zeichnen die Feuer riesige Herz- und Kreuzsymbole in die schottrigen Südhänge.

Die Nacht wird immer schwärzer, unsere Lider immer schwerer. Um kurz nach Mitternacht fahren wir mit der Gondel zurück nach Ellmau. Morgen steht für Vroni Canyoning und für Susi Klettern am Programm. Mittlerweile türmen sich dicke Wolken über den Gipfeln. Es sieht stark nach Regen aus.

Canyoning in der Taxaklamm

Am Sonntagmorgen werden die Befürchtungen wahr: Es regnet. Aber die Guides sind flexibel und kurzer Hand wird das Programm dem Wetter angepasst.

Eigentlich wäre für uns ein Abseiltraining und eine kleine Brotzeit am Hintersteiner See geplant gewesen. Das fällt nun leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Stattdessen machen wir uns gleich auf den Weg nach Erpfendorf in die Taxaklamm.

Zuvor stattet uns Roman von der Outdoor-Schule Hofer mit Neoprenanzügen, Helmen und Gurten aus. Während der Fahrt zur Schlucht erzählt uns Roman, dass es im Umkreis von Ellmau 15 Schluchten gibt, die fürs Canyoning geeignet sind.

In Erpfendorf angelangt, steht mir die schwierigste Aufgabe des Tages bevor. Ich muss mich in den Neo zwängen. Die Dinger sind einfach so unglaublich eng! In der kalten Klamm werde ich später aber froh über die zweite Haut sein.

Als alle fertig angezogen sind, suchen wird den Einstieg zur Schlucht. An einem kleinen Absatz gibt uns Roman noch eine kurze Einführung ins Abseilen und über alle sicherheitsrelevanten Aspekte des Canyonings. Dann sind wir startklar. Vom Parkplatz müssen wir nur 10 Minuten bis zum Einstieg der Klamm zurücklegen.

Leider hat es durch den heißen und niederschlagsarmen Juni nur wenig Wasser in der Klamm. Das bedeutet, wir müssen viel abseilen und können nur wenig Springen. Einige Teilnehmer sind mittlerweile schon zum zweiten oder dritten Mal dabei. Sie sind fasziniert davon, dass sich die Schluchten jedes Mal in einem anderen Bild präsentiert. Ich bin gespannt, was mich die nächsten zwei Stunden erwartet und tauche ab. Hinein ins nasse Vergnügen!

Zurück an den Fels. Fast.

Während sich Vroni durch Wasserfälle und Stromschnellen kämpft, quetsche ich die Füße in meine Kletterschuhe. Scheiße sind die eng! Ein Neoprenanzug ist nichts dagegen. Einen Monat nach meinem Bänderriss im Sprunggelenk werde ich heute zum Klettern zurückzukehren. Leider nicht auf der Wilderer Kanzel – einem wunderschönen Klettergarten hoch im Kaisergebirge – wie anfangs geplant. Der Fels ist nass und von oben kommt weiterhin Wasser nach.

Hubert vom Club Vertikal verlegt das Training spontan in die neue Kletterhalle in Ellmau. Die weniger Erfahrenen bekommen einen Crashkurs im Nachstiegsklettern, Sichern und der korrekten Tritttechnik. Ich schnappe mir Georg, der selbst seit Jahren klettert und sammle endlich wieder Meter in der Vertikalen. Ganz vertraue ich meinem verletzten Bein noch nicht, aber das Sprunggelenk ist stabiler, als ich gedacht hätte. Über einen VIIer im Vorstieg wage ich mich aber nicht hinaus. Stattdessen gönne ich mir viele Pausen und freue mich, mit welcher Begeisterung die übrige Gruppe die Wände hoch und hinunter saust.

Vielen Dank an die Tourismusregion Wilder Kaiser für die Einladung und die spannende Zeit. Wir kommen wieder! Es warten noch ein paar Schluchten und noch mehr legendäre Alpinkletterrouten.

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