Skitouren Tourentipps

Nördlicher Daunkogel: Schneesichere Skitour im Stubaital

Unten entlang der Piste, oben durch hochalpines Gelände. Die Skitour auf den Nördlichen Daunkogel (3.075 m) im Stubaital ist schneesicher und aussichtsreich.

In einem Gebiet, in dem man sich nicht auskennt, die passende Skitour zu finden, ist immer wieder eine logistische Herausforderung. Liegt genügend Schnee? Wie kommt man zum Ausgangspunkt? Wie sind die aktuellen Verhältnisse und wo ist nicht allzu viel los? Das und noch mehr hat uns während unseres Skitourenwochenendes im Stubaital beschäftigt. Gut, dass uns Daniel dieses Mal bei der Tourenauswahl hilft. Wir sitzen gerade beim Abendessen im Stubaierhof in Neustift, den Daniel gemeinsam mit seinen Geschwistern Martina und Andreas leitet. Mit seiner Unterstützung ist die Entscheidung schnell gefällt: Nördlicher Daunkogel (3.075 m) – eine Skitour im hintersten Stubaital. Schaut guat aus!

Nördlicher Daunkogel: Infos zur Skitour

Der Nördliche Daunkogel (3.075 m) steht im Schatten seines beliebten Nachbargipfels, dem Hinteren Daunkopf (3.225 m). Nicht nur, weil er nördlich davon liegt, auch weil er unter Tourengehern weniger bekannt ist. Während der Hintere Daunkopf hoch über dem Skigebiet Stubaier Gletscher ein häufig begangenes Tourenziel ist, verirren sich auf den Nördlichen Daunkogel weitaus weniger Bergsportler.

Auch wenn der Nördliche Daunkogel um einige Meter niedriger ist, ist belohnt dich diese Skitour mit einem spannenden Gratfinale, einem herrlichen Ausblick auf die Stubaier Alpen und einer abwechslungsreichen Abfahrt. Weil die ersten zwei Kilometer entlang der Piste verlaufen, ist die Tour ideal für den Saisonstart, das Saisonende oder schneearme Winter!

  • Anstieg: 1.350 Höhenmeter
  • Abstieg: 1.350 Höhenmeter
  • Länge: 13 Kilometer
  • Schwierigkeit: mittel bis schwer
  • Charakter: schneesichere, hochalpine Skitour, auf der man das erste Stück auf der Talabfahrt der Gamsgartenbahn zurücklegt. Der Einstieg über die Piste macht die Tour sehr schneesicher. Oben gelangt man dann in freies, hochalpines Gelände. Die Tour endet mit einer kurzen Gratpassage. Bei guten Verhältnissen kann man steil und in direkter Falllinie des Gipfels einfahren.
  • Ausgangspunkt: Talstation Gamsgartenbahn/Stubaier Gletscher
  • Anreise: Am besten mit dem Skibus bzw. den Öffis zur Talstation der Gamsgartenbahn (Stubaier Gletscher).
  • Route: Talstation Gamsgartenbahn > knapp 2 km entlang der Talabfahrt bergauf > nach rechts in die Glamergrube abzweigen > hier nicht weiter ins Daunjoch, sondern westlich Richtung Mutterbergjoch (3.012 m) aufsteigen > von dort aus die letzten Meter zu Fuß entlang des Grates zum Gipfel > Abfahrt über die NO-Flanke.
  • Ausrüstung: komplette Skitouren- und Lawinenausrüstung sowie Leichtsteigeisen (für den Gipfelgrat). Eventuell Harscheisen und Helm.

Nördlicher Daunkogel: Schneesichere Skitour in den Stubaier Alpen

Es ist ziemlich was los an der Talstation der Gamsgartenbahn. Der riesige Parkplatz füllt sich schnell. Aus den Bussen steigen im Minutentakt die Skifahrer aus. Im Tal liegt Nebel – klar, dass alle in die Sonne hinauf wollen.

Wir lassen den Trubel schnell hinter uns. Denn anders als die Skifahrer bringt uns nicht die Gondel, sondern unsere Beine nach oben.

Skitour Stubaital Nördlicher Daunkogel Stubaierhof
Der Nördliche Daunkogel steht nicht nur geografisch im Schatten seines bekannten Nachbarn, dem Hinteren Daunkopf. Zu unrecht, bietet er doch schöne Abfahrtsmöglichkeiten und ist um vieles einsamer!

Die ersten zwei Kilometer folgen wir der Talabfahrt. Die Piste hat vor allem zu Saisonbeginn, im Frühjahr oder in schneearmen Wintern den Vorteil, dass man die ersten Höhenmeter auf Schnee zurücklegen kann. So findet man auch bei geringer Schneelage einen Einstieg in die hochalpine Welt der Stubaier Alpen. Und die Abfahrt ist ebenfalls bis ins Tal möglich.

Einsame Ecke in den Stubaiern

Auf der Talabfahrt ist früh am Morgen noch kaum etwas los und so können wir die ersten 400 Höhenmeter ungestört am Pistenrand aufsteigen. Auf einer Höhe von etwa 2.150 m halten wir uns schließlich rechts und verlassen die präparierte Piste ins freie Gelände.

Bald umringt und die hochalpine Landschaft der Stubaier Alpen. Steile Felswände, riesige Schneeflanken und weite Kare tun sich um uns auf. Eines davon ist die Glamergrube, die wir über einen kurzen, steilen Aufschwung erreichen.

Skitour Stubaital Nördlicher Daunkogel Stubaierhof
Der Hintere Daunkopf spielt für uns heute nur eine Nebenrolle. Eine gewaltige Kulisse beim Aufstieg zum Nördlichen Daunkogel bildet er aber allemal!

Wir umgehen den Vorderen Daunkopf in einem weiten Rechtsbogen und sehen dann endlich unser Gipfelziel direkt vor uns. Der Nördliche Daunkogel begrenzt die Glamergrube westlich mit seinem langen Gipfelgrat. Nordostseitig fällt die breite Gipfelflanke ab, in die wir heute direkt vom Gipfelgrat einfahren werden können.

Um dorthin zu gelangen, müssen wir aber zunächst die bekannte Route verlassen. Denn die Aufstiegsspur, auf der wir uns bis hierher bewegt haben, verläuft weiter ins Daunjoch und von dort aus zum Hinteren Daunkopf. Wir biegen nach rechts in eine einsamere Ecke der Stubaier Alpen ab.

Nördlicher Daunkogel: schmaler Gipfel, großer Tag!

Vor uns erkennen wir noch einige alte Spuren, ansonsten ist die Schneedecke unberührt. Niemand ist heute vor uns. Alle anderen Tourengeher bleiben auf der Aufstiegsroute zum Hinteren Daunkopf. Dieser begleitet uns noch ein ganzes Stück. Seine steile, felsige Nordwand bildet die wilde Kulisse unseres Aufstiegs zum Nördlichen Daunkogel.

Selbstständig legen wir unsere Spur in die hochalpine Landschaft. Das fällt leicht, denn das Ziel ist bereits in Sicht und wir können das Gelände gut überblicken.

Wir spuren über zwei kurze Aufschwünge und halten danach direkt auf das Mutterberger Joch (3.012m) zu. In einigen Spitzkehren schrauben wir uns den etwa 35° steilen Gipfelhang zum Joch empor.

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Nördlicher Daunkogel: Der Gipfelgrat ist das Finale der Skitour.

Ein strenger Wind pfeift uns aus dem Ötztal entgegen, als wir die Skier auf den Rucksäcken befestigen und die letzten Meter über den schmalen Grat zum Gipfel stapfen. Ein kleines Gipfelkreuz markiert den höchsten Punkt am Nördlichen Daunkogel. Wir drehen uns einige Male im Kreis – die fantastische Rundumsicht macht uns sprachlos. Die wilden Gipfel der Stubaier und Ötztaler Alpen umzingeln uns, die Luft ist klar und zu unseren Füßen leuchten hellweiße Gletscherflächen.

Der strenge Wind drängt uns bald zur Abfahrt. Wir stapfen entlang des Gipfelgrates ein Stück zurück und finden schnell eine passende Stelle für die Einfahrt in die Nordostflanke. Die Skier gleiten über gesetzten Pulverschnee – auch bei Firn muss die Abfahrt einmalig sein!

Flott sind wir zurück auf der Piste und können die letzten Schwünge bis zum Parkplatz voll auskosten.

Tipp: Übernachtung im Stubaierhof in Neustift

Das Stubaital ist viel zu vielfältig, um nur für eine Tour zu kommen. Bleib doch etwas länger! Wir haben ein verlängertes Wochenende im Stubaital verbracht und es uns nach unseren Touren im Stubaierhof gut gehen lassen.

Mit viel Hinhabe leiten die Brüder Andreas und Daniel das Bergsporthotel in Neustift. Hier werden die Gäste beim Abendessen noch von den Chefs persönlich gefragt, ob alles in Ordnung ist. Man erhält persönliche Touren- und Ausflugstipps von der selbst bergsportbegeisterten Familie. Und auch sonst findet man im Stubaierhof alles für einen Aktivurlaub im Stubaital.

Nach der Tour kann man am Kuchenbuffet die Energiespeicher auffüllen und danach im Pool, in der Sauna oder bei einer Massage entspannen. Zum Frühstück und Abendessen gibt’s regionale und saisonale Schmankerl aus Österreich.

Das Maskottchen des Hotels – die Gams – begleitet dich nicht nur in den Bergen, sondern auch im Hotel. Die Einrichtung ist modern, ohne dass die typische, Tiroler Gemütlichkeit verlorengeht. Und der Lebensraum der Gams wird in liebevollen Details ins Tal geholt.

Übrigens: Im Sommer kannst du das Hotelzimmer im Stubaierhof ganz flexibel gegen eine Hüttenübernachtung tauschen und dort schlafen, wo die Gams zu Hause ist! Seit über 70 Jahren führt die Familie nämlich auch Hütten und bewirtschaftet von Mitte Juni bis Anfang Oktober die Innsbrucker Hütte am Fuße des Habichts.

Hinweis: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Stubaierhof.

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