Klettern Touren

Traunstein: Alpinklettern deluxe

Schroffe Wände, alpine Kletterfreuden mit guter Absicherung und ein erfrischender See. Das erwartet dich auf der „Wer putzet, der findet“ am Traunstein.

Mit drei Seilschaften haben wir uns auf den Weg zur fast 300 Meter hohen Südwestwand des Traunsteins gemacht. Unser Ziel: Die Alpinkletterroute „Wer putzet der findet“ (VI+).

Über den Naturfreundesteig zur Wand

Vom Wanderparkplatz am Ostufer des Traunsees folgen wir der Forststraße Richtung Naturfreundesteig. Dieser zweigt nach dem zweiten Tunnel links ab. Eine Kombination aus leichter Kraxelei und dratseilversichertem Steig wartet auf uns. Der Zustieg zur Klettertour gestaltet sich schon mal spannend. Die Höhenmeter sammeln wir schnell und schon bald stehen wir hoch über dem See. Direkt an einer Serpentine verlassen wir den offiziellen Steig und queren Richtung Südwestwand. Wir legen unsere Kletterausrüstung an und lassen unsere Rucksäcke zurück. Durch unwegsames Gelände bahnen wir uns den Weg zur Wand. Zuerst über Gras, später über Geröll. Noch ist der Boden von den Regenfällen der letzten Tage feucht und man muss aufpassen, nicht wegzurutschen. Schon bald erreichen wir den Fuß der Wand und das Klettervergnügen kann beginnen.

Wer putzet, der findet (VI+) 

Die Tour ist auch an Feiertagen eine wenig überlaufene Genusskletterroute, die Lust auf mehr macht. Die Absicherung der Route lässt keine Wünsche offen und ist gerade für ängstliche Gold Wert. Teilweise folgen die Bolts in ein Meter Abständen, nur leider selten an den Schlüsselstellen. Der Zustieg und Abstieg über den Naturfreundesteig rundet das Erlebnis perfekt ab. Zeit hat man hier genügend. Locker ginge sich noch eine zweite Route aus, oder man erfreut sich danach einfach an einem erfrischenden Bad im Traunsee.

Leichter Einstieg

Hochmotiviert starte ich in die erste Seillänge. Die 25 Meter im Schwierigkeitsgrad III (UIAA), sind ein Leichtes und das Einhängen der Expressschlingen schon fast überflüssig. Für Schwierigkeiten sorgen aber lose Steine. Man muss Acht geben, nichts loszutreten. Dennoch erreiche ich schnell den  ersten Standplatz.

Jetzt wird’s nass

Auf der nächsten Seillänge geht es feucht weiter. Einige Stellen trotzen noch hartnäckig der Sonneneinstrahlung. Nicht weiter schlimm, da man sie gut umklettern kann. Es folgt hier Bolt auf Bolt – Sturzangst kann man hier getrost beiseite schieben.

Hinter einem kleinen Bauch wartet die Schlüsselstelle der Tour. Eine VI+. Natürlich sind hier nicht so viele Bolts angebracht, alles andere wäre ja auch langweilig. Kurz nach der Schlüsselstelle ist auch schon der nächste Stand erreicht.

Genusskletterei

So langsam haben wir uns warm geklettert und die nächsten zwei Seillängen gehen locker aus den Fingern und Beinen. Jetzt bleibt auch mehr Zeit, die Blicke in die umliegende Märchenwelt schweifen zu lassen. Der blau schimmernde See liegt direkt unter uns eingebettet zwischen den sanften Bergen. Jetzt im Frühjahr erstrahlt die Hügellandschaft in allen Grüntönen. Bedeckt von Laub und Nadelbäumen – nur vereinzelt zeigen sich kurze Felsbänder. Im Hintergrund leuchten schneebedeckte Bergspitzen hervor.

Die letzten Klettermeter

Vor der letzten Seillänge wartet das Gipfelbuch auf uns. Leer soll es nicht ausgehen, deshalb bekommt es natürlich einen Eintrag. Fast sind wir ein wenig traurig, dass die Tour schon ihrem Ende zugeht.

Die Seillänge startet im leichten, fünften Schwierigkeitsgrad. Ich genieße noch mal jeden Kletterzug, bevor es über eine VI- Stelle zum letzten Standplatz und damit zum  Ausstieg geht. Beim Ausstieg und dem folgendem Seilaufnehmen sollte man gut aufpassen. Hier oben liegt sehr viel loses Gestein, das sich schnell den Weg nach unten sucht und für nachfolgende Kletterer eine ernste Gefahr darstellen kann.

Abstieg über den Naturfreundesteig

Wir folgen dem Grat entlang, bis wir auf einen Steig stoßen. Beim Abstieg entscheiden wir uns wieder für den Naturfreundesteig. Auf dem Rückweg legen wir noch einen kurzen Stopp ein, um unsere Taschen einzusammeln und die Klettersachen zu verstauen. Dann geht es runter an den See auf ein elektrolythaltiges Kaltgetränk im Biergarten.

Tourdaten

  • Zustiegszeit: 50 min
  • Schwierigkeitsgrad: 6+ (5 obl.)
  • Abstiegszeit: 90 min oder ausseilen.
  • Anzahl Seilängen: 5
  • Topo: Findet ihr hier.

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