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Berghasen Buchbesprechung: Buchtipps für alle, die die Berge lieben

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Diese Ausgabe inspiriert mit alpinen Kletterrouten, kaiserlicher Geschichte und Literatur aus dem Aostatal.

Willkommen bei der Berghasen Buchbesprechung! In dieser Kategorie dreht sich alles um Geschichten, die nach Höhenluft duften, nach Abenteuer schmecken und uns mit jedem Umblättern ein Stück weiter hinauftragen.


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In dieser Sommerausgabe stellen wir wieder drei Bücher vor. Dich erwartet Inspiration für deine nächsten Kletterrouten, kaiserliche Geschichte und eine literarische Erzählung aus dem Aostatal.

  • In Klassiker – 50 Klettertourenbeschreibt Stefan Stadler 50 Kletterrouten in den Ostalpen, die du gemacht haben musst. Mit großformatigen Fotos und präzisen Topos.
  • In „Könige im Wilden Kaisergehen Nicholas Mailänder und Peter Brandstätter der Frage nach, was passiert, wenn Bergsport auf die großen politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts trifft.
  • Acht Berge von Paolo Cognetti ist keine Neuerscheinung, aber ein Roman, den ich kürzlich in meinem Bücherregal wiederentdeckt habe. Ein Buch, das ich viel früher hätte lesen sollen. Eine Geschichte über Kindheitstage in den Bergen, Freundschaft, Zuhause und die Suche nach dem Glück.

Viel Spaß beim Entdecken und Lesen – für mehr Infos & Leseproben auf das Cover klicken!

Klassiker – 50 Klettertouren

Es gibt Klettertouren, die sind einfach mehr als eine Route im Fels. Sie haben Geschichte, Charakter und diesen ganz besonderen Zauber, der einen immer wieder in die Berge zieht. Genau solchen Touren widmet sich Stefan Stadler in „Klassiker – 50 Klettertouren“.

Vom Wilden Kaiser über Großglockner, Ortler und Watzmann bis zu den Dolomiten versammelt das Buch 50 alpine Klettertouren, die zu den großen Namen der Ostalpen gehören. Dabei geht es nicht nur um spektakuläre Gipfel, sondern vor allem um klassische Linien, Grate, Wände und Überschreitungen.

Besonders gelungen ist die Verbindung aus opulentem Bildband und praktischem Kletterführer. Großartige Aufnahmen machen Lust auf die nächste Tour, während detaillierte Beschreibungen und präzise Topos bei der Planung helfen. Alle 50 Touren wurden vom Autor selbst geklettert und recherchiert – das merkt man den Beschreibungen an.

Für mich ist das Buch deshalb weniger ein Führer, den man einfach in den Rucksack steckt, sondern vielmehr ein Buch zum Stöbern, Träumen und Planen. Man blättert hinein – und plötzlich ist die nächste Traumtour schon im Kopf.

Ein wunderbares Buch für alle, die klassische Alpinkletterei lieben und sich gerne von großen Bergen zu neuen Abenteuern inspirieren lassen.

Könige im Wilden Kaiser – Der Koasa zwischen Gipfelkreuz und Zeitgeschichte

Was passiert, wenn Bergsport auf die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts trifft? Genau dieser Frage widmet sich „Könige im Wilden Kaiser“ von Nicholas Mailänder und Peter Brandstätter.

Im Mittelpunkt steht die Edelweißgilde Kitzbühel – eine kleine, aber einflussreiche alpine Vereinigung, die sich ab 1925 der Erschließung des Ostkaisers verschrieb. Die Geschichte ihrer Mitglieder führt durch den Ständestaat, den Austrofaschismus, die Zeit des Nationalsozialismus und schließlich in die Nachkriegsjahre. Es ist eine Geschichte von großen alpinistischen Leistungen und Erstbegehungen, aber ebenso von politischen Überzeugungen, Verfolgung, Machtkämpfen und zerbrochenen Freundschaften.

Besonders spannend ist dabei der Blick hinter die Kulissen: Die authentischen Aufzeichnungen zeigen, dass hinter den „Gildenbrüdern“ nicht nur begeisterte Bergsteiger standen, sondern Menschen mit ganz unterschiedlichen politischen Haltungen, Beziehungen und Lebensgeschichten.

„Könige im Wilden Kaiser“ ist deshalb weit mehr als ein Buch über Berge und Alpinismus. Es ist packend erzählte Zeitgeschichte, betrachtet aus der ungewöhnlichen Perspektive eines kleinen sozialen Gefüges. Gerade diese Verbindung aus Gipfelerfolgen, persönlichen Schicksalen und politischer Geschichte macht das Buch so lesenswert – und eröffnet einen neuen Blick auf die Menschen, die im Wilden Kaiser ihre Spuren hinterlassen haben.

Acht Berge

Manche Bücher handeln von den Bergen. Andere erzählen davon, was die Berge mit uns machen. Paolo Cognettis Roman „Acht Berge“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Im Mittelpunkt stehen Pietro und Bruno, zwei Burschen, die sich in einem kleinen Bergdorf im Aostatal kennenlernen. Zwischen Wanderungen, Gipfeln und langen Sommertagen entsteht eine Freundschaft, die sie ein Leben lang begleitet – auch als ihre Wege immer wieder auseinanderführen. Während Bruno seiner Heimat treu bleibt, zieht es Pietro hinaus in die Welt. Und doch kehrt er immer wieder in die Berge zurück.

Cognetti erzählt dabei nicht nur von einer besonderen Freundschaft, sondern von der großen Frage, wie man eigentlich leben möchte. Ist das Glück dort zu finden, wo man seine Wurzeln hat? Oder liegt es in der Ferne, im Aufbruch und in der Freiheit, immer wieder neue Wege einzuschlagen? Auch die Beziehung zwischen Pietro und seinem Vater spielt dabei eine wichtige Rolle.

Besonders eindrucksvoll sind die ruhigen, beinahe meditativen Beschreibungen der Bergwelt. Die Landschaft ist nicht bloß Kulisse, sondern wird zu einem eigenen Protagonisten – wild, ursprünglich, manchmal bedrohlich und zugleich ein Ort, an den man immer wieder zurückkehren möchte.

„Acht Berge“ ist kein klassischer Bergroman und schon gar kein Actionbuch. Es ist eine leise Geschichte über Freundschaft, Heimat, Familie, Abschied und die Suche nach dem eigenen Weg. Ein Buch, das man nicht unbedingt schnell lesen möchte – sondern eines, bei dem man zwischendurch innehält und sich fragt, wo der eigene Weg eigentlich hinführt.

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Über Susi

Sportwissenschaftlerin und Bergliebhaberin. Bloggt auf www.berghasen.com

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