Das Raurisertal – ein Eldorado für Trailrunner, Wanderer und Bergsteiger. Der Silberpfennig ist der perfekte Gipfel, sich der Gegend anzunähern.
Wenn du dich in Rauris in die Berge aufmachst, wirst du nie enttäuscht. Da kann dir am Gipfel der Regen ins Gesicht peitschen, oder der Nebel die Sicht nehmen. Mit einem Lächeln wirst du ins Tal zurückkehren und den anderen erzählen, wie schön es war. Ganz ehrlich. Das gilt für Wanderer, Trailrunner und Bergsteiger. In Rauris findest du Almen mit viel Tradition, Grate, über die du sogar laufen kannst und Dreitausender, die dich ganz hoch hinausbringen.
Der Silberpfennig eignet sich super, um auf Tuchfühlung mit dem Raurisertal zu gehen. Am Weg liegen saftige Almwiesen, zwei Bergseen und ein einfacher Grat, der dich elegant zum Gipfel führt.
Wir starten unsere Tour beim Ammererhof in Kolm Saigurn und folgen der Forststraße zur Filzenalm. Dort biegen wir rechts in den Wald ab.
Die Natur schmückt sich im Raurisertal mit einem satten Grün: die Heidelbeersträucher, die Nadeln der Lärchen, die Grate der Gipfel und der Almboden – und doch gleicht kein Farbton dem anderen.
Der Steig führt uns über geschwungene Wiesen hinauf zur Bockhartscharte. Einer der schönsten Wege im Raurisertal meinen die Einheimischen. Wir können nur zustimmen.
Bächlein gurgeln in ihren mit Gras überwachsenen Läufen, Kühe grasen auf den Weiden und der Weg ist so perfekt angelegt, dass man ihn bis obenhin durchlaufen könnte, wenn man möchte.
An der Bockhartscharte liegen uns der Obere und der Untere Bockhartsee zu Füßen. Ein tolles Wanderziel für Familien, die mit kleinen Kindern unterwegs sind und nicht weiter zum Gipfel wandern möchten.
Geradeaus würde es nach Gastein hinab gehen. Wir halten uns nach der Bockhartscharte links und folgen den Wegweisern zum Silberpfennig.
Der Steig führt jetzt kurz flach oberhalb des Oberen Bockhartsees entlang, bevor der letzte Anstieg zum Gipfel bevorsteht.
Immer wieder erhaschen wir tolle Ausblicke auf die Seen und die umliegenden Berge. Vielleicht weil es nicht ganz schön ist, ist die Landschaft besonders bezaubernd. Der Nebel schmiegt sich an die Grate und die Wasseroberfläche der Bockhartseen und bildet den perfekten Kontrast zu den leuchtend grünen Wiesen.
Ein eleganter Grat führt uns ohne Schwierigkeiten auf den Gipfel des 2.600 Meter hohen Silberpfennig. Der Wind peitscht uns um die Ohren und vertreibt den Nebel ins Gasteinertal.
Erst durch den Nebel kommen die Grasgrate, die das Rauriser- vom Gasteinertal trennen, richtig zur Geltung. Wir sind fast froh, dass wir wegen der Kälte ein wenig leiden müssen. Zu lange halten wir uns aber nicht am Gipfel auf. Die Finger sind taub, die Nasenspitzen brennen.
Der Rückweg führt uns auf denselben Pfaden zurück nach Kolm Saigurn. An warmen Tagen kannst du dazwischen ein Bad in den Bockhartseen nehmen. Oder, falls es schön später ist, im Ammererhof die gute Küche genießen.
Silberpfennig von Kolm Saigurn: Infos zur Tour
- Aufstieg: 1.000 Höhenmeter
- Abstieg: 1.000 Höhenmeter
- Länge: 14 Kilometer
- Startpunkt: Ammererhof/Kolm Saigurn
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Die Kommentare zeigen ein grundsätzliches Problem der Schwierigkeitsbewertung. Natürlich ist der Weg auf den Silberpfennig für Expertinnen wie die Berghasen ein „Klacks“ und ohne jede Schwierigkeit zu bewältigen. Es gibt aber durchaus eine – weitgehend – objektive Schwierigkeitsbewertung auch für Bergwanderer, nämlich die Wanderskala des SAC. Diese wird auch in den alpinen Foren häufig verwendet, ist aber merkwürdigerweise in Österreich und Deutschland nur wenig verbreitet und in den Rother-Bergführern meines Wissens gar nicht. Und nach dieser Skala (nicht die aus Wikipedia verwenden sondern die neuere von der Homepage des SAC!) würde ich aufgrund mehrerer Begehungen den Weg von Kolm Saigurn bis zur …alm mit T1, bis zur Bockhartscharte mit T2 und von dort bis zum Grat mit T3 bewerten. Es geht hier nämlich schon teilweise durch Steilgrasgelände. Die „Schlüsselstelle“ am Grat kann auch bereits mit T4 bewertet werden, denn es handelt sich dort bereits um einen alpinen Steig und die Hände werden schon mal benötigt.
Mit etwas Übung kann so jeder einschätzen, ob er/sie der Tour von den Geländeschwierigkeiten her gewachsen ist.
Wenn ich mir, liebe Berghasen, den Vorschlag erlauben darf, verwendet für Bergwanderungen die SAC-Skala.
Gleichwohl: Die Beschreibung der Wanderung auf den Silberpfennig ist einfühlsam und sehr gut gelungen (wie alle eure Beschreibungen). Es ist wirklich eine einmalig schöne Tour.
Grüße von Robert (Alpinfuchs)
Leicht können wir nicht bestätigen. Ab der Bockhartscharte ist der Weg zum Gipfel teilweise ausgesetzt und verlangt Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit. Beginnt man ab dem Parkplatz Lenzanger, sprechen wir über eine Tour, die über 6 Stunden geht. Sie als leicht einzustufen, halte ich für irreführend und würde manche Entscheider, diese wunderschöne Route bis zum Gipfel gehen zu wollen, überfordern.
Lieber Stefan, vielen Dank für deine Einschätzung. Die Schwierigkeitsangaben sind natürlich oft sehr subjektiv. Von Kolm Saigurn aus sind die Distanzen auf jeden Fall sehr überschaubar und den Weg finde ich persönlich nie schwer. Trittsicher sollte man am Berg sowieso sein, egal auf welchem Weg man sich bewegt. 🙂
Haben die Tour vor einigen Jahren gemacht. Sind dann vom Silberpfennig aber noch weiter den Grat entlang zum kleinen Silberpfenning und dann den Grat weiter entlang bis zur Scharte hinten runter 🙂
Hier muss man allerdings etwas aufpassen. Immer am Grat bleiben und nicht in die Flanken ausweichen (zu steil!).
Grüße aus München,
Chris
Danke für die Ergänzung lieber Chris 🙂
Hallo Berghasen,
im Netz findet man auch Beschreibungen dieser Tour – jedoch mit Einstufung mittel/schwer. Jetzt bin ich verwirrt 🙂
Im August bin ich im Raurisertal und wollte die Tour zum Silberpfennig gerne machen. Allerdings habe ich eine absolute Anfängerin dabei und ich selbst bin jetzt auch nicht wirklich ein „Bergführer“…
Könnt Ihr Eure Einstufung daher noch mal etwas präzisieren?
Danke vorab und liebe Grüße
Christian
Hallo Christian,
wir können nur sagen, dass die Tour keine technischen Schwierigkeiten birgt und auch nicht allzu lange ist. Deshalb haben wir sie als einfach eingestuft. Die Schwierigkeit ist natürlich immer subjektiv und wir wissen auch nicht, wie fit/sicher deine Freunde am Berg unterwegs sind. Am besten ihr schaut euch die Tour vor Ort nochmal genauer an. 🙂
LG