Biken Touren

Mit dem Rad von Salzburg nach Slowenien: 5. Etappe

Wie eine endlose Wand baut sich die 20 Grad steile Straße vor uns auf. Jeder Meter wird hier unter harter Arbeit und Bächen von Schweiß erkämpft.

Auf der fünften Etappe geht’s von Hermagor über den Lomsattel in den italienischen Ort Ugovizza. Durch des Val Saisera fahren wir weiter zum Rifugio Grego, bevor wir über eine lange Passstraße ins Val Dogna abfahren.

Auch heute Morgen werden wir von Sonnenstrahlen geweckt und auch die Beine fühlen sich nach der letzten Etappe verhältnismäßig frisch an. Nach einem reichhaltigen Frühstück starten wir voller Energie nach Italien.

Die ersten Kilometer rollen wir auf einem Radweg entlang der Gail Richtung Pressegger See ein. Kurz nach Hermagor führt der Radweg durch ein Flussbett und beschert uns gleich mal nasse Füße.

In Vordersberg verlassen wir den Radweg und fahren auf einer schmalen asphaltierten Straße hoch zur Koutschitzalm. Bei einer Steigung von über 15 % dürfen wir ordentlich in die Pedale treten und schon bald tropft uns der Schweiß von den Wangen herunter.

An der Koutschitzalm wird die Straße wieder ein wenig flacher und kurz drauf folgt eine kurze Abfahrt. Einen Moment hoffen wir, gleich in Italien zu landen. Aber dann steht auf einmal der nächste harte Anstieg vor uns. Wie eine endlose Wand baut sich die 20 Grad steile Straße vor uns auf. Jeder Meter wird hier unter harter Arbeit und Bächen von Schweiß erkämpft. Hinter jeder Kurve wägen wir das Ende der Schinderei, nur um ein über das andere Mal festzustellen, dass wir auf der Asphaltpiste noch weitere harte Tretarbeit leisten müssen.

Doch dann kommen Kühe und ein Viehgatter in Sicht, der Wald lichtet sich und wir stoßen auf Almgebiet. Nun ist auch der Lomsattel und das Ende dieses Anstieges in Sicht. Unbemerkt haben wir gerade die Grenze zwischen Österreich und Italien passiert. Am Sattel angekommen lassen wir uns müde ins Gras fallen. Eine Käsesemmel und einige Müsliriegel spenden neue Energie und nach einer kurzen Pause fühlen wir uns bereit, weiter zu fahren.

Als Belohnung für die harte Strampeleinheit über die Karnischen Alpen, folgt jetzt eine herrliche Abfahrt nach Ugovizza.

Im Tal können wir auf einem herrlichen neuen Radweg Richtug Valbruna radeln. Sogar eine Brunnen wurde neben dem Radweg an einer Haltestelle errichtet. Er spendet uns frisches Wasser.

Von Valbruna geht es auf einer von viel befahrenen Straße weiter ins Val Saisera. Vorbei an vielen Parkplätzen und Touristenattraktionen folgen wir der sanft ansteigenden Straße, bis sie endet. Von hier aus wollen wir das Refugio Grego erreichen.

Es folgt die Ernüchterung: die Forststraße zum Refugio ist gesperrt. Wir müssen einmal mehr unsere Fahrräder schultern und durch den steilen Wald nach oben tragen. Mit dem Radl auf dem Rücken fühlt man sich ein wenig wie ein Elch im Wald. Überall eckt man mit seinem Radlgeweih an.

Nach etwa 300 Höhenmetern, hat das Spiel ein Ende. Die Forststraße ist wieder frei gegeben und wir können. Wir schwingen uns auf die Sattel und treten in die Pedale. Aber schon nach zwei Serpentinen verengt sich der Weg zu einem Pfad. Unfahrbar. Wir schieben. Mit sehnsüchtigen Gedanken, diesen schönen Trail lieber runter fahren zu wollen. Kurz vor der Alm treffen wir auf ein Ehepaar mit ihren Mountainbikes, die vom Val Dogna aufgefahren sind. Kurz tauschen wir uns über den Weg aus. Dann steht das letzte kurze Stück zum Refugio Grego bevor.

Am Refugio genießen wir das herrliche Bergpanorama auf die Julischen Alpen. Nur schwer können wir uns davon losreißen. Doch die Aussicht auf die bevorstehende Abfahrt, eine Dusche und ein Abendessen ist schließlich doch stärker.

Auf der Fahrt ins Val Dogna warten einige kleinere Gegenanstiege auf uns. Und ein Porschefahrer verursacht bei uns ziemliches Herzklopfen, als er jeden einzelnen von uns in unterschiedlichen Kurven zielsicher ansteuert. Kurz wird über den Henker geschimpft, doch dann geht der Abfahrtsspaß ungetrübt weiter.

Am Ende des Tales werfen wir noch mal einen kurzen sehnsüchtigen Blick auf die Julischen Alpen, bevor wir uns entlang der Bundesstraße auf die letzten Kilometer ins nächste Dörfchen begeben.

Tourdaten:

  • Strecke: 70 km
  • Höhenmeter: 2.600 hm
  • Dauer: 8 Stunden

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