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Winter in der Region Dachstein Salzkammergut: 6 Tipps

Skitouren im Dachstein-Massiv, heimelige Skigebiete und kulturelle Vielfalt. Ideen rund um Gosau, Goisern, Hallstatt und Obertraun.

Wir haben eine Woche in der Region Dachstein Salzkammergut verbracht und dir diese Ideen für unvergessliche Wintertage mitgebracht.

Atemberaubend: Über den Rumpler auf den Hohen Dachstein

30 Kilometer Skitour, 3.000 Höhenmeter Abfahrt und der höchste Berg Oberösterreichs und der Steiermark auf einem Streich. Das bekommt man, wenn man sich über die Rumplerrunde auf den Hohen Dachstein aufmacht. Der Anstieg mit Seilbahnunterstützung nimmt dir einen beträchtlichen Teil der Höhenmeter ab. Was bleibt, ist viel Zeit zum Staunen und eine scheinbar unendlich lange Abfahrt nach Gosau, Hallstatt oder Obertraun.

Die Rumplerrunde beginnt mit einer Bergfahrt auf den Krippenstein. Skitourengeher können sich an der Talstation in Obertraun die Rumplerkarte besorgen. Damit gondelt man zunächst mit der Seilbahn auf den knapp 2.000 Meter hohen Krippenstein. Im Ticket inkludiert ist außerdem eine Fahrt mit dem Sessellift und dem Schlepplift am Dachsteingletscher – die den Anstieg entlang der Piste zur Dachsteinwarte etwas abkürzt.

Die klassische Rumplerrunde würde man von der Dachsteinwarte mit der Abfahrt über die Simonyhütte, die Gjaidalm und die Talabfahrt des Krippensteins zurück nach Obertraun fortsetzen. Wer die Tour etwas anspruchsvoller mag und gerne in Schnee und Fels klettert, sollte auf den Dachstein-Gipfel aber auf keinen Fall verzichten.

Auch wir ziehen nach der Fahrt mit dem Schlepplift nochmals die Felle auf, steigen zum Randkluftklettersteig an und rüsten uns mit Steigeisen und Pickel für den letzten Steilaufschwung aus. Wir hatten mit Hans die Tage zuvor geplant, den Dachstein über den Randkluftsteig und den Westgrat zu überschreiten und über den Gletscher nach Gosau abzufahren. Nach den starken Schneefällen in den letzten Tagen befürchtet unser Bergführer Hans Gapp aber, dass der Westgrat zu stark eingeweht ist und beschließt aus Sicherheitsgründen, die Dachstein-Überschreitung sein zu lassen. Plan B: Aufstieg zum Gipfel über den Randkluftsteig, denselben Weg zurück und Abfahrt über die Simonyhütte-und das Wiesberghaus nach Hallstatt.

Die Steigeisen knarren am Fels, die Pickel versinken im weichen Neuschnee und unsere Finger sind bald taub vor Kälte. Was nicht einfriert ist unser Lächeln. Höchstens beim obligatorischen Gipfelfoto mit dem markanten Kreuz, das im Winterkleid den höchsten Punkt von Oberösterreich und der Steiermark ziert. Nach dem Gipfelsieg ist die 2.500 Höhenmeter und 15 Kilometer lange Abfahrt nach Hallstatt das Highlight unserer Tour.

Hier findest du den ganzen Bericht zur Rumplertour auf den Dachstein!

Freeriden am Krippenstein – kleiner Spot, viel Schnee!

Unter eingefleischten Freeridern ist der Krippenstein längst bekannt. Darüber hinaus aber immer noch ein Geheimtipp. Von der Bergstation bis ins Tal legt man hier 1.500 Höhenmeter zurück und die Gondel bringt dich in wenigen Minuten für den nächsten Run auf den Berg. Die Abfahrtsmöglichkeiten sind vielfältig und markierte Varianten erleichtern die Orientierung auch für die Nicht-Locals. Von leicht geneigten Hängen zum gemütlichem Cruisen bis zu hohen Cliff-Drops gibt das Gelände am Krippenstein alles her.

 

Schnee ist am Krippenstein normalerweise den ganzen Winter lang garantiert. Das Skigebiet liegt im Salzkammergut nördlich des Dachsteins und bei Nordstaulagen bekommt die Region meist eine Extraportion Pulver ab. Um den Stoa, wie die Einheimischen den Krippenstein nennen, perfekt zu erwischen, braucht es aber trotzdem ein gutes Timing. Das haben wir bei unserem Aufenthalt im Salzkammergut. Statt Sonnenstrahlen fallen am Morgen dicke Schneeflocken vom Himmel. „Prachtwetter für jeden Freerider“, begrüßt uns Klaus. Er ist Freeride-Guide bei Outdoor Leadership und wird uns heute die besten Lines zeigen. Nach dem ersten Run ist uns klar, warum es sich am Krippenstein lohnt, einen Guide zu nehmen. Erstens kennt Klaus auch die unmarkierten Varianten und zweitens findet er sich auch bei Nebel und schlechter Sicht fast blind im Gelände zurecht.

Der Krippenstein ist bekannt für sein kupiertes Karstgelände, das von Felsabbrüchen durchzogen ist, vor denen man rechtzeitig Halt machen sollte. Eine weitere Gefahr für Skifahrer sind Dolinen – tiefe Felslöcher, die im Winter oft tückisch eingeweht und so meist spät erkennbar sind. Klaus kennt sie alle und lotst uns sicher zurück zur Tal- oder Mittelstation. Wir konzentrieren uns auf Sprays, Powder-Schwünge und kleine Drops und fahren, bis unseren Beinen der Saft ausgeht.

Steile Rinnen: Skitour auf der Nordseite des Gosaukamms

Am Talschluss am Vorderen Gosausee scheint die Welt zu Ende zu sein. Für Skitourengeher aber beginnt die Welt hier erst. Zu allen Seiten ist man von Waldhängen und steilen Felsflanken umgeben, am südlichen Seeufer ragt der Dachstein mit seinen Gletschern in den Himmel. Besonders beeindruckend ist der Gosaukamm mit seinen zerklüfteten Felstürmen und Zacken. Seine Flanken fallen spektakulär bis zum Ufer des Gosausees ab.

Zwischen den Felstürmen ziehen weite Kare empor, die sich oben zu steilen Rinnen verengen. Ein Paradies für jeden ambitionierten Skitourengeher. Auf der Nordseite des Gosaukamms findet man auch nach mehreren Tagen Sonnenschein noch Pulverschnee. Die Optionen am Komm sind vielfältig: am bekanntesten ist das Weitkar. Von dort gelangt man unter anderem durch die Strichkogelrinne auf den Strichkogel. Wer es einsamer mag, quert durch den Wald in die Gamsriesn oder Wasserriesn. Hierher kommen nur wenige Tourengeher, erzählt uns Bergführer Hans Gapp.

Heute herrscht Lawinenwarnstufe drei. Wir sind die einzigen, die durch den knietiefen Neuschnee spuren. Aufgrund der Lawinensituation lassen wir die steilen Rinnen sein und steigen nur bis unterhalb der Rinnen in die Gamsriesn an. Die Touren im Gosaukamm sind auch ohne Gipfelsieg absolut lohnenswert. Unsere geniale Pulverabfahrt durch die Gamsriesn bestätigt dies wieder einmal.

Gemütlich und aussichtsreich: Skitour auf die Seekarwand

Gegenüber vom Gosaukamm am anderen Seeufer geht es hinauf auf die Seekarwand. Der Gipfel könnte nicht konträrer zu den wilden Zacken des Gosaukamms sein. Die Hänge sind sanft und bis oben hin mit Latschen und Bäumen bewachsen. Abgesehen von den Einheimischen verirren sich selten Skitourengeher auf den außerhalb Gosaus unbekannten Gipfel.

Schade, hat man von oben doch eine fantastische Aussicht auf den Gosaukamm, den Dachstein, das Gamsfeld und unzählige weitere Gipfel

Die Skitour auf die Seekarwand ist besonders nach stärkeren Schneefällen ein Geheimtipp in Gosau. Das flache und bewaldete Gelände lässt selbst bei höherer Lawinenwarnstufe einen Ausflug auf den Berg zu. Wir können die Tour auch Anfängern und Schneeschuhwanderern empfehlen.

Fakten zur Tour:

  • Höhenmeter: 900
  • Länge: 11 Kilometer
  • Schwierigkeit: leicht
  • Dauer: 3 Stunden

Gut auf Fuß: Zu Besuch beim Goiserer Schuster

Der Duft von Leder umhüllt uns, als uns Philipp Schwarz in seine Werkstatt in Bad Goisern bittet. Philipp ist einer von ganz wenigen in Österreich, die das Schusterhandwerk noch aktiv ausüben. Und einer von zwei Handwerkern im Land, die ihre Schuhe mit der Zwienaht fertigen – jene Herstellungsart, die die Goiserer Schuhe auszeichnet. „Dabei wird das lederne Oberteil zweimal schräg mit dem Sohlenboden des Schuhs vernäht“, erklärt uns Philipp.

Die Zwienaht ist nicht maschinell machbar. Deshalb stellt der Schuster seine Lederschuhe vollkommen in Handarbeit her. Sogar seine Nähmaschine ist fußbetrieben. In jedes Paar investiert Philipp viel Zeit und Leidenschaft. Bis zu einem Jahr müssen seine Kunden auf ihr maßgeschneidertes Paar warten. Nicht lange, bedenkt man, dass die Schuhe ein Leben lang halten.

„Die Kunden bekommen von mir nicht bloß ein Paar Schuhe, sondern ein Kulturgut“. 140 Jahre Tradition stecken hinter seinem Handwerk. So lange ist es her, dass in Bad Goisern die ersten technisch ausgereiften Bergschuhe gefertigt wurden. Damals habe es allein in Goisern 120 Schuster gegeben, erzählt Philipp. Und die Schuhsohlen wurden mit Nägeln beschlagen, damit die Arbeiter im Wald und Schnee Halt finden. Mittlerweile ist Philipp selbst in der ehemaligen Schusterhochburg Bad Goisern ein Exot. Exotischer sind mit der Zeit auch die Schuhe geworden. Heute sind die Goiserer alltagstauglich und mit dem Zehangoisara hat Philipp sogar Zehensandalen für den Sommer im Programm.

Familienfreundlich: Skifahren im Skigebiet Dachstein West

Wem es im Hinterland zu einsam wird, oder wer die Bergwelt gerne aus dem Lift betrachtet, dem sei das Skigebiet Dachstein West empfohlen. Von Gosau aus gelangst du sowohl mit dem Sessellift als auch mit der Gondel auf eine Höhe von 1.500 Metern. Von der Bergstation kannst du das tolle Panorama vom Gosaukamm, über den Dachstein mit dem Gosaugletscher bis ins Salzkammergut genießen und sogar in die Hohen Tauern spähen.

Unsere liebste Abfahrt war die vom Hornspitz Express zurück ins Tal nach Gosau. Die Pisten sind wunderbar breit, flacheres Gelände wechselt sich mit steilerem ab. Ideal, um die Carving-Ski richtig laufen zu lassen.

Ein Geheimtipp ist das Skigebiet, weil im Vergleich zu größeren Skigebieten in der Umgebung auf den Pisten weniger los ist und wir auch die Preise total in Ordnung finden. Die Zweistundenkarte kostet 26 €, die Tageskarte 44 €. Und es gibt Rabatte für Studenten und Senioren. Also: Ab auf die Piste!

 Hinweis: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Region Dachstein Salzkammergut.

2 Kommentare zu “Winter in der Region Dachstein Salzkammergut: 6 Tipps

  1. Interessant, auch ihr gönnt euch noch Bergführer, bzw Ski Guide… Gut zu wissen…

    • Hallo Jeannette! Da es sich dabei um eine Kooperation mit der Region Dachstein Salzkammergut gehandelt hat, müssen wir aus rechtlichen Gründen einen Bergführer dabeihaben. Es ist aber immer cool, mit jemandem unterwegs zu sein, der sich in der Region gut auskennt. So kann man viel lernen und sich gleich andere Touren empfehlen lassen. 😉

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