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Stonemantrail Taurista: Die MTB-Challenge im Salzburger Land

Der Stonemantrail Taurista bietet die perfekte Mischung aus sportlicher Herausforderung, vielen Trails und einem Hauch Transalp-Feeling.

Als mir Andi vom Flachau Tourismusverband zum ersten Mal vom Stonemantrail erzählte, war ich gleich Feuer und Flamme für die Mountainbikerunde.

Stonemantrail Taurista Flachau
Erster Anstieg zum Grießenkareck.

An einem Samstag, Ende Juli, haben wir es dann gewagt. Morgens um vier Uhr machen wir uns auf den Weg nach Flachau. Um kurz vor fünf überreicht uns Andi unsere Starterpakete. Darin enthalten sind die Karte der Strecke, unsere Stempelkarte, einige Riegel und Kettenwachs.

Der Stonemantrail

Gold, Silber oder Bronze, darüber entscheidet beim Stonemantrail kein Wettkampf, sondern welcher sportlichen Herausforderung du dich stellen möchtest. Je nachdem, ob du den Stonemantrail an einem, zwei oder drei Tagen fährst, bekommst du eine Gold-, Silber- oder Bronze Trophäe.

Gründer des Stoneman Spirit ist Roland Stauder. Der ehemalige Mountainbikeprofi hat mittlerweile in vier verschiedenen Ländern Stonemantrails hervorgerufen. Neben dem Stonemantrail Taurista gibt es jeweils einen in Südtirol, Deutschland und einen in der Schweiz. Für alle Stonemanfans sind bereits weitere in Planung.

Stonemantrail Taurista Flachau
Auf den letzten Metern zur Oberhütte.

Befahrbar ist er vom 20.06 bis zum 30.09, außerhalb dieser Zeit sollte er auch bei guten Verhältnissen nicht gefahren werden, um die Ruhezeiten der Wildtiere nicht zu stören.

Start der Strecke ist in Flachau. Falls du deine Mountainbike-Challenge jetzt wagen möchtest, findest du auf der Seite des Tourismusverbandes alle wichtigen Informationen und alle Partnerhotels.

Die Partnerhotels haben ihr Angebot an die Bedürfnisse der Starter angepasst. Du bekommst im Hotel dein Starterpaket und alle wichtigen Informationen. Außerdem erhältst deine Trophäe und wirst in die offizielle Finisherliste eingetragen.

Die Hotels bieten darüber hinaus Fahrradkeller, in denen du dein Mountainbike sicher verwahren kannst und die Möglichkeit hast, es zu reinigen.

Wenn du den Stonemantrail in mehreren Tagen fahren möchtest, empfehlen wir dir eine Unterkunft in Flachau für den Zeitraum zu buchen. So musst du nicht dein schweres Gepäck jeden Tag mitschleppen und hast deine Unterkunft, an die du jeden Abend zurückkehren kannst.

Über den Ennsradweg sind die Zwischenpunkte der Strecken einfach zu erreichen.

Sonnenaufgang am Grießenkareck

Kurz nach fünf packen wir unsere Mountainbikes vom Fahrradträger, ziehen die Rucksäcke an, klicken in unsere Pedale ein und starten auf die 123 km lange Strecke.

Von Flachau führt unser erster Anstieg aufs Grießenkareck. Während im Tal noch alles ruhig ist und schläft, spulen wir die ersten 1000 hm des Tages ab. Wir radeln gemütlich entlang der Skipiste Kurve um Kurve nach oben. Dabei geht langsam über dem Gosaukamm die Sonne auf. Erst tauchen die ersten Sonnenstrahlen den Fels in einen orangenen Schleier, bevor der große gelbrote Feuerball hinter den Felsen hervorlugt und die grünen Wiesen und uns langsam wärmt. Ich weiß nicht, wie viele unzählige Male ich diesen Moment schon miterleben dürfte – er ist einfach immer wieder etwas Besonderes.

Um sieben Uhr stehen wir am Grießenkareck und stecken unsere Karte zum ersten Mal für heute in die Stempelstelle des Stonemantrail. Auf der gesamten Strecke sind acht dieser sogenannten Checkpoints aufgebaut. Diese gewährleisten, dass jeder Stonemantrail- Aspirant wirklich die gesamte Strecke absolviert. Platziert sind die Checkpoints jeweils am höchsten Punkt jedes Anstiegs, damit ist Abkürzen quasi unmöglich.

Abfahrt über den Bikepark Wagrain-Kleinarl

Hinter dem Checkpoint ist gleich die Einfahrt in den Bikepark Wagrain-Kleinarl. Der Trail beginnt mit flowigen Kurven und einigen Pump-Elementen, bevor der Trail nach und nach anspruchsvoller wird. Die Dämpfung von meinem Fully muss ganz schön arbeiten, als der Weg über Steinstufen, Wurzeln und Schotter führt.

Stonemantrail Taurista Flachau
Abfahrt durch den Bikepark Wagrain-Kleinarl.

Mehrmals kann ich mich zwischen einem schwierigen und einem mittelschweren Wegabschnitt entscheiden. Die Mischung aus leichteren, flowigen Anteilen und anspruchsvolleren Abschnitten macht die Abfahrt für mich zum Genuss. Fast schon bin ich etwas wehmütig, als wir durch die letzten Kurven durchfahren und auf dem Parkplatz der Bergbahn herauskommen.

Wem der Trail hier zu anspruchsvoll ist, hat die Möglichkeit, den anspruchsvollen Teil über eine Forststraße zu umfahren.

Aufstieg zur Edelweiß-Alm

An der Talstation des Bikepark Wagain, folgen wir der Beschilderung vom Stonemantrail entlang des Ortes hinauf zur Edelweiß-Alm. Der Anstieg verläuft gleichmäßig und sanft. So erreichen wir nach etwas über 200 hm den Checkpoint oberhalb der Edelweiß-Alm. Dort befindet sich auch ein Bauernmuseum. Von hier oben können wir hinüber zum Grießenkareck blicken, wo wir noch vor wenigen Stunden gestanden sind und haben einen herrlichen Blick Richtung Rossbrand. Wir verweilen nicht lange hier und machen uns an die Abfahrt. Über eine Forststraße verlieren wir schnell an Höhenmetern und gelangen zurück ins Tal.

Stonemantrail Taurista Flachau

Im Tal geht es von Wagrain, an Flachau vorbei, in Richtung Altenmarkt. Auf dem Ennsradweg können wir schnell Meter machen. Bauernhöfe mit Geranien an den Fenstern und saftig grüne Wiesen fliegen nur so an uns vorbei.

Aufstieg zum Rossbrand

In Altenmarkt fahren wir unter der Autobahn durch und schon befinden wir uns im Anstieg zum Rossbrand. Uns stehen nun weiterer 1000 hm bevor. Auf dem Aufstieg zum Rossbrand begegnen wir einigen anderen Fahrern des Stonemantrail.

Stonemantrail Taurista Flachau

Wir folgen den Serpentinen der geteerten Straße. Nach einigen Kilometern mündet sie in eine Forststraße. Zuerst hat diese noch eine recht angenehme Steigung, wird aber zusehends steiler und wurzeliger. Die ersten Meter können wir noch gut fahren, dann wird es so steil und verwurzelt, dass wir aus dem Sattel müssen, um unsere Räder zu schieben. Ungefähr 150 hm müssen wir unsere Mountainbike schieben, dann gelangen wir auf ein Hochplateau. Jetzt ist der Weg wieder fahrbar.

Rossbrand

Hier haben wir das Gefühl, wir sind in Schweden. Das Plateau ist mit Gras und Heidelbeerbüschen bedeckt, dazwischen haben sich kleine Seen gebildet. Bäume stehen nur sehr vereinzelt herum. Kurz durchqueren wir dieses märchenhafte Land, bevor wir die Rossbrandhütte passieren und über einen letzten Stich am Rossbrandgipfel stehen.

Von hier hat man ein herrliches 360 Grad Panorama über das Dachsteingebirge, die Salzburger Schieferalpen, die Radtstätter Tauern und die Schladminger Tauern.

Lange Abfahrt nach Mandlberg

Uns erwartet nun eine lange Abfahrt nach Mandlberg. Auf den ersten Metern werden wir gleich voll gefordert. Ein enger Weg mit einigen hohen Steinstufen und engen Kurven fordert unser Können. Da sich hier einige Wanderer befinden, müssen wir zusätzlich vorsichtig sein. Danach wird der Trail etwas weniger steil und die Stufen etwas kleiner. Dafür wechseln Steine und verwurzeltes Gelände mit Holzbrücken dazwischen.

Stonemantrail Taurista Flachau
Unterhalb vom Rossbrand ist es fast wie in Schweden.

Nach 300 hm ist der Spaß vorbei und wir biegen auf eine Forststraße. Entlang dieser schießen unsere Mountianbikes Richtung Tal. Auch wenn die Straße dazu einlädt, alles aus dem Mountainbike herauszuholen, müssen wir vorsichtig sein. Fußgänger und entgegen kommende Autos erfordern schnelles Reagieren und Rücksicht.

Zwischendrin müssen wir immer wieder kurze Anstiege meistern, bevor wir in Mandlberg beim nächsten Checkpoint herauskommen. Hier haben wir die Hälfte der Strecke gemeistert.

Das Mandlberggut lädt hier zu einer deftigen Jausn ein. Alle Silber-Fahrer können hier die Speicher wieder auffüllen, bevor sie über den Ennsradweg 20 km nach Flachau ausradeln, um am Nachmittag im Spa-Bereich vom Hotel neue Kräfte zu sammeln.
Über Forstau zur Oberhütte – der letzte harte Anstieg

Über Forstau zur Oberhütte – der letzte harte Anstieg

Wir fahren von Mandlberg über einen kurzen Anstieg rüber nach Forstau. Die Strecke von Forstau hoch zur Oberhütte kennen wir bereits von unserer Transalp nach Slowenien vor einigen Jahren.

Allerdings hatten wir damals nicht so schönes Wetter. Heute ist es angenehm warm und momentan sieht es noch nicht nach Gewitter aus.

Stonemantrail Taurista Flachau
Wunderschön präsentieren sich die Schladminger Tauern.

Die Strecke vom Forstau zur Vogeialm ist wunderschön zu fahren. Der Anstieg verläuft sanft durch das Tal, entlang eines Flusses, vorbei an saftigen Bergwiesen, weidenden Kühen und blühendem Almrausch. Zusätzlich dazu wird man mit einem Blick auf die Schladminger Tauern belohnt. So verfliegen die Kilometer bis zur Vogeialm richtig schnell.

Von der Vogeialm wird es kurz etwas steiler. Der Anstieg zur Oberhütte fordert nochmal alles. So langsam merken wir die vielen Höhenmeter und sehnen uns nach einer Pause. Da uns aber das Gewitterrisiko für den Tag begleitet, haben wir keine Zeit für große Pausen. Wir müssen schauen, dass wir noch vor dem Gewitter nach Obertauern kommen.

Für mich ist der Anstieg zur Oberhütte landschaftlich einer der schönsten vom gesamten Stonemantrail. Das fruchtbare Tal und die schroffen, umliegenden Felsen sind einfach einmalig schön. Der Obersee liegt so friedlich da, dass man sich gleich hinsetzen möchte und einfach nur bleiben will, um die Schönheit dieser Gegend für immer in seinen Erinnerungen zu speichern.

Stonemantrail: Von der Oberhütte nach Obertauern

Kurz bevor wir die Oberhütte erreichen, ziehen Wolken auf. Der leicht süßliche Geruch von Regen liegt bereits in der Luft. Bedrohliche, graue Wolkentürme bauen sich über den Bergen auf und wir überlegen ob wir auf der Oberhütte eine Pause einlegen sollen oder ob wir die Tragepassage nach Obertauern zu wagen.

Stonemantrail Taurista Flachau
Zur Seekarscharte muss das Mountainbike getragen und geschoben werden.

Wir entscheiden uns dazu, nicht abzuwarten, zu groß ist die Angst, dass sich das Gewitter hier länger festsetzten könnte. Also machen wir uns auf die 2 km lange Tragepassage rüber nach Obertauern.

Wir sind jetzt genau an der Wetterschneide. Bei uns tröpfelt es erst leicht, aber in Obertauern sieht der Himmel schon gefährlich düster aus. Nur kurz können wir die wunderschöne Aussicht auf den Obersee bis rüber ins Lungau genießen. Dort ist der Himmel sogar noch hell und es schaut nach Sonnenschein aus.

Zügig schieben wir unsere Räder durch die Almlandschaft. Herumliegende Steine und kleinere Stufen machen ein Fahren hier unmöglich. Immer wieder müssen wir unsere Mountainbikes Schultern, um über kurze Steilstufen zu gelangen.

Das Gewitter zieht derweil bedrohlich immer näher und die Abstände zwischen den Donnergeräuschen werden immer kürzer.

Stonemantrail Taurista Flachau
Hier ist jeder Meter hart erkämpft.

Kurz vor der Seekarscharte beginnt es zu tröpfeln und wir wissen nur ungefähr, wie weit es noch bis nach Obertauern ist. Unsere Schritte werden immer schneller, da wir uns vorm Gewitter fürchten.

Allerdings bewegen wir uns genau auf das Gewitter zu. Als wir den höchsten Punkt erreichen, bricht der Regen aus. In der Ferne sehen wir schon die ersten Blitze aufleuchten. So langsam bricht Panik in uns aus, so schnell wie möglich bahnen wir uns den Weg durch die Berglandschaft. Durch den nebligen Schleier aus Regen und Wolken wirkt die Landschaft abweisend und bedrohlich.

Die Blitze kommen immer näher, endlich sehen wir das Skigebiet von Obertauern. Jetzt fehlen uns nur noch wenige Meter. Ein letzter kurzer Downhill und wir stehen vor einer leeren Schönalmbahn Bergstation, in die wir uns retten. Hier sind wir erst mal in Sicherheit.

Wir sind klitschnass und die Lust, weiter zu radeln, sinkt mit jeder Minute. Regenklamotten haben wir natürlich in unserem naiven Leichtsinn daheim gelassen.

Von Obertauern nach Altenmarkt

Nach einer dreiviertel Stunde ist das Gewitter davon gezogen. Über Flachau leuchtet der Himmel bereits wieder hell herüber. Wir fahren die letzten Kilometer über eine Forststraße hinunter in den Wintersportort. Von hier aus geht es bis nach Altenmarkt größtenteils nur noch bergab. Nur wenige, kleine Anstiege sind zu bezwingen.

Unser nächster Stopp ist der Johannesfall. Wir haben jetzt die vorletzte Stempelstelle erreicht, unfassbar, dass wir nur noch  einen Checkpoint vom Finish entfernt sind.

Johannesfall in Obertauern
Am Johannesfall.

So richtig können wir den Johannesfall und den schönen Downhill vom dort nach Altenmarkt aber nicht mehr genießen. Die nasse Kleidung ist unangenehm, der Dreck spritzt mir nur so ins Gesicht und mir ist kalt.

Als wir wenige Kilometer später auf dem Tauernradweg sind, trocknen unsere Klamotten schon wieder langsam im Fahrtwind. Auf der leicht abfallenden Straße können wir schnell Strecke machen und die Beine können sich etwas erholen.

Der Stonemantrail ist geschafft

Mittlerweile ist es halb acht Uhr abends und wir wollen nur noch zurück.

Wir machen uns an den letzten Anstieg zum Sattelbauer. Meine Suunto zeigt mir an, dass nur noch 400 hm zu bewältigen sind. Die Beine sind überraschend locker, die Kleidung fast getrocknet, aber trotzdem möchten wir nur noch heim. Wir träumen von einer warmen Dusche, trockenen Klamotten und etwas zu essen.

Deshalb liefern wir uns auf den letzten Höhenmetern einen wahren Wettkampf. Max hat einen Gang rauf geschalten und tritt kraftvoll den Berg hinauf. Ich versuche dran zu bleiben. Mein Puls geht nach oben und ich muss ganz schön schnaufen.

Aber der Weg zum Sattelbauer zieht sich. Immer wenn wir glauben, jetzt haben wir es geschafft, kommt noch eine Kehre.

Doch irgendwann kommt die Erlösung, über eine kurze Abfahrt gelangen wir zum Sattelbauer. Wir können es kaum fassen, wir sind tatsächlich heute 4500 hm und fast 123 km gefahren, so weit wie noch nie zuvor mit dem Mountainbike. Unglaublich!

Belohnt werden wir noch mal mit einer schönen Abfahrt nach Flachau zurück. Um 20:41 Uhr erreichen wir vollkommen kaputt, aber überglücklich unser Auto.
Beim nächsten Mal wollen wir die Tour an zwei Tagen fahren. Dann bleibt uns mehr Zeit, zwischendurch mal zu entspannen und Rast bei einer der vielen Almen einzulegen.

Der Stonemantrail an einem Tag war zwar möglich, aber für uns schon eine echte Herausforderung.

1 Kommentar zu “Stonemantrail Taurista: Die MTB-Challenge im Salzburger Land

  1. katharina kraft

    Starke Leistung von euch Beiden!

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