Skitouren Tourentipps

Skitour aufs Schöderhorn: Pulver-Garantie in Großarl

Skitour Schöderhorn

Im südlichen Winkel des Großarltals lockt das Schöderhorn mit traumhaftem Panorama und feinen Abfahrten!

Seit Tagen scheint die Sonne ungetrübt vom klaren Winterhimmel. Dort wo ihre Strahlen auf die Schneeoberfläche prallen, hat sich der einst feine Pulverschnee in eine pappige Masse verwandelt. Diese Übergangsphase zwischen Pulver- und Firnabfahrten lässt uns Skitourengeher zu Suchenden werden.

Aufspüren wollen wir sie, die Reste unberührten Pulverschnee. Wer nicht länger suchen, sondern gleich zur Tat schreiten will, für den haben wir den perfekten Tourentipp!

Mach‘ dich auf ins Großarltal! Genauer gesagt in den Talschluss von Hüttschlag. Dort am südlichen Ende des Salzburger Landes lockt das 2.475 Meter hohe Schöderhorn mit erstklassigen, nordseitigen Abfahrten. Auf einigen Karten ist das Schöderhorn auch als Großes Mureck vermerkt. Egal welchen Namen der Gipfel nun trägt, die Skitour verspricht höchsten Genuss, ohne zu hohe Anforderungen an dein Können zu stellen.

Skitour Schöderhorn
Die Suche nach Pulverschnee verschlägt uns dieses Mal nach Hüttschlag im Großarltal.

Frostiger Start: Von Hüttschlag aufs Schöderhorn

Die Skitour beginnt mit kalten Fingern und schwerem Atmen, der auf den Gläsern meiner Sonnenbrille gefriert. Wen wundert’s, befinden wir uns doch im hintersten Ende des Großarltals auf 1.000 Metern Seehöhe. An einem Ort, an dem die Sonne im Winter erst gegen Mittag auftaucht.

Die ersten 400 Höhenmeter folgen wir der Forststraße auf der linken Talseite Richtung Kreealmen. Anfangs können wir durch steile Wiesen, später einmal durch den Wald abkürzen.

Kurz vor den Kreealmen wird das Gelände erstmals flacher. Wir tauchen in einen lichten Lärchenwald ein. Zwischen den Bäumen glänzt unberührter Pulverschnee in der Morgensonne. Weniger als die Hälfte des Aufstiegs ist erst absolviert und wir bekommen jetzt schon Lust auf die Abfahrt. Aber unsere Geduld wird noch einige Zeit auf die Probe gestellt.

Skitour Schöderhorn
Der Wald wird langsam lichter.

Tief in das Kar hinein zieht sich die Spur – knapp über sechs Kilometer und 1.450 Höhenmeter Aufstieg zwängt uns das Schöderhorn auf. Problem haben wir damit keines. Die Landschaft und das Panorama sind, seitdem wir die Forststraße verlassen haben, durchgehend beeindruckend.

Skitour Schöderhorn
Vor uns öffnet sich ein weites Kar.

Dem Schatten entflohen

Hoch über dem Großarltal treffen uns die ersten Sonnenstrahlen. Hier auf der Nordseite fallen sie flach ein und lassen den Pulverschnee bis spät in den Tag hinein unversehrt.

Vor uns liegen traumhafte Skihänge, die nur von wenigen Spuren durchzogen sind. Der Gipfel scheint fern. Gemächlich steigt das Gelände an. Wirklich steil ist es hier nie. Perfekt, damit ich durchgehend gemütlich mein Tempo gehen kann. Und perfekt für alle Tourengeher, die gerne auf Spitzkehren verzichten und Steilhänge lieber meiden.

Skitour Schöderhorn
Grinsen. Alles andere wäre beim Anblick der Abfahrt falsch.

Ich bin überrascht, wie weitläufig die Berglandschaft plötzlich ist. Gestartet sind wir im engen Talkessel von Hüttschlag. Wer dort aus dem Auto steigt, vermag sich fast nicht auszumalen, was hinter den steilen Talseiten wartet. Doch sobald man sich durch die ersten Höhenmeter durch den Wald gekämpft hat, taucht man in eine andere Welt ein.

Skitour Schöderhorn
Einsame, unberührte Hänge.

In dieser Welt dominieren heute die Einsamkeit, der Pulverschnee und sanftes Sonnenlicht. Unweigerlich muss ich lächeln. Es ist herrlich. Mein Blick schwenkt nach rechts.

Viele bekannte Tauerngipfel wie der Sonnblick, das Schareck oder der Großglockner bauen sich dort auf. Im Vordergrund erkenne ich den Keeskogel – ein weiteres lohnenswertes Tourenziel im Großartal.

Skitour Schöderhorn
Das Schöderhorn ganz nah.

Endspurt: Hart aber herzlich

Die Skitour endet wie sie begonnen hat. Im Schatten auf hartem Untergrund. Einziger Unterschied: die Aussicht ist jetzt traumhaft und die Abfahrt steht kurz bevor.

Wir erreichen den Gipfel über seine Ostseite. Der Wind hat den Gipfelhang blank poliert. Messerscharf ziehen die Kanten meiner Skier Rillen in die harschige Schneeoberfläche. Allen, die sich auf solchem Untergrund unsicher fühlen, empfehlen wir, Harscheisen einzupacken. Dann endet die Skitour, so wie es ihr gebührt. Mit viel Genuss und absolut stressfrei.

Skitour Schöderhorn
Hart aber herzlich ist der Gipfelanstieg auf das Schöderhorn.

Nach zweieinhalb Stunden gemütlichem Aufstieg erreichen wir das Gipfelplateau. Ein schlichtes Kreuz schmückt den höchsten Punkt der Skitour. So, als würde es nicht zu sehr vom beeindruckenden Panorama ablenken wollen.

Selten verliert man sich bei einer Skitour so tief in der Salzburger Bergwelt. Eine Gipfelpyramide reiht sich an die nächste. Besonders markant stechen die Hochalmspitze, der Ankogel, der Hochkönig und die Gipfel der Radstädter Tauern hervor.

Wenn Träume wahr werden: Pulverabfahrt vom Schöderhorn

Wir entscheiden uns, bei der Abfahrt etwas von der Aufstiegsroute abzuweichen. Bei Aufstieg haben wir einen völlig unberührten Hang etwas weiter östlich ausgespäht. Darum queren wir nach dem Gipfelhang leicht zum Kleinen Mureck hinüber und suchen uns dann durch ein kurzes Steilstück den Weg hinab zu dieser Verführung aus glänzendem Pulverschnee.

Ein etwa 300 Meter breiter Hang spannt sich vor uns auf. Sanft geneigt, mit feinstem Pulverschnee bedeckt. Die Sonne scheint uns in den Rücken. Schneekristalle klirren unter den Skiern. Der ein oder andere wird aufgewirbelt und kitzelt uns verspielt an den Wangen.

Skitour Schöderhorn
Einwondfrei!

Am Ende des Tages haben wir eine Abfahrt voller unvergesslicher Schwünge hinter uns. Die Reise ans südliche Ende Salzburg hat sich also mehr als bezahlt gemacht. Viel Spaß beim Wiederholen!

Skitour Schöderhorn
Spuren,die die Welt bedeuten.

Details zur Tour

  • Aufstieg: 1.450 Höhenmeter
  • Abstieg: 1.450 Höhenmeter
  • Länge: 13 Kilometer
  • Dauer: 3 bis 5 Stunden
  • Schwierigkeit: leicht bis mittel

1 Kommentar zu “Skitour aufs Schöderhorn: Pulver-Garantie in Großarl

  1. Christian Holzer

    Ein feiner Beitrag mit tollen Bildern – wie immer!
    Durfte schon mehrmals auf dem Schöderhorn mit Skiern stehen (auch schon lange bevor die unnötige Forststraße zu den Kreealmen angelegt wurde und man den steilen Sommerweg benutzen musste) – nach Neuschneefällen und Verfrachtungen in den Ostsektor sollten die orogrphisch rechts liegenden Hänge nach den Kreealmen nicht unterschätzt werden! Das Großarltal ist immer eine Reise wert.
    Lieben Gruß, Christian

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