Bergtouren Touren

Watzmann-Überschreitung an einem Tag? Hart, aber machbar!

Die Königstour der Berchtesgadener Alpen auf einen Streich. Susis Selbstversuch.

Was der Großglockner für uns Österreicher ist, das ist die Watzmann-Überschreitung für meine deutschen Nachbarn. Jedes Jahr zieht es tausende Bergsteiger nach Berchtesgaden und in die Ramsau. Ihr großes Ziel: der beschwerliche Marsch von der Wimmbachbrücke hinauf zum Watzmannhaus, weiter zum Hocheck und von dort aus über die Mittel- und Südspitze und das Wimmbachgries zurück zur Wimmbachbrücke.

Die Herausforderung: Drei Gipfel, fast 2.400 Höhenmeter, 22,5 Kilometer und ein ausgesetzter Grat mit schwindelerregenden Tiefblicken auf den Königssee. Die Nettogehzeit wird auf verschiedenen Portalen zwischen zehn und 16 Stunden angegeben. Für viele ein Grund, die Tour auf zwei Tage aufzuteilen und eine Nacht im Watzmannhaus oder in der Biwakschachtel am Hocheck zu verbringen.

Regelmäßig bekommen wir Anfragen von Lesern, ob die Überschreitung auch an einem Tag machbar sei. Klar, sagen wir – wenn du’s drauf hast!

Das macht die Watzmann-Überschreitung an einem Tag so anspruchsvoll:

  • Die Länge und die zu bewältigenden Höhenmeter
  • Der lange Abstieg von der Südspitze über das Wimmbachgries zurück zur Wimmbachbrücke – 12 Kilometer reiner Abstieg, die muskulär extrem anstrengend sind!
  • Stau am Grat zwischen Hocheck und Südspitze
  • Unsichere Bergsteiger überwinden die Kletterstellen am Grat oft zu langsam
  • Der Grat ist nicht durchgehend gesichert und kein Klettersteig!
  • Steinschlaggefahr beim Abstieg von der Südspitze ins Wimmbachgries – vor allem wenn hinter dir noch viele Bergsteiger unterwegs sind

So wirklich mitreden konnte ich aber nie – bin ich die Überschreitung selbst doch noch gar nicht gegangen. Zu viele Leute quälen sich über den Grat. Zu viele von ihnen, die der Tour nicht gewachsen sind. Umstände, die wenig Lust auf die Gratwanderung machen. Aber sich dem Bann des Watzmanns einfach entziehen? Unmöglich! Ich lege mir eine Strategie zurecht, wie ich den Watzmann zügig und ohne grantig werden zu müssen, überschreiten kann.

Ein früher Start muss es sein, um den Leuten, die vom Watzmannhaus starten, spätestens am Hocheck zuvorzukommen. Dann sollte ich am besten unter der Woche bei nicht allzu gutem Wetter gehen, damit ich auf möglichst wenige Bergsteiger treffe. Leichtes Gepäck und leichte Schuhe waren mir wichtig, damit ich den Aufstieg schnell hinter mich bringe und im Abstieg mein angeschlagenes Sprunggelenk nicht zu sehr belaste. An einem Freitag Anfang Juli passt dann alles zusammen.

Vor Sonnenaufgang

Um kurz vor fünf Uhr morgens klappern meine Stöcke rhythmisch auf dem schmalen Forstweg Richtung Watzmannhaus. Ich gehe zügig, laufe aber nicht. Die meisten Leute werden um 6 Uhr vom Watzmannhaus starten. Ich will vor ihnen den Grat erreichen, aber nicht völlig verausgabt am Hocheck ankommen. Weil ich die Tour zum ersten Mal mache, möchte ich sie genießen können. Besonders den Grat.

Am Brunnen der Mitterkaseralm fülle ich meine Trinkblase mit Wasser auf. Über Salzburg wird der Himmel langsam hell. Dunkle Wolken liegen über dem Flachland. Die Gipfel sind frei. Für 11 Uhr ist Regen angesagt. Ein gutes Druckmittel, um nicht zu sehr zu trödeln. Meine Uhr zeigt bald 1.000 überwundene Höhenmeter an. Während ich so auf die Anzeige schiele, plötzlich – patsch! Ein Regentropfen zerbirst auf dem Display. Wenige Sekunden stehe ich im Nieselregen. Im Ernst jetzt? Das kann nicht sein! Ich beeile mich, das Watzmannhaus zu erreichen. Wenn der Regen andauert und ich völlig durchnässt bin, muss ich die Tour abblasen.

Nach einer Stunde und 40 Minuten erklimme ich die letzten Meter zum Watzmannhaus hinauf. Es hat aufgehört zu regnen. Dafür zieht jetzt ein eisiger Wind von der Gugel herüber. Ich werfe eine Jacke über und gehe weiter. Solange ich in Bewegung bleibe, ist mir warm.

Plattentango am Hocheck

Am Watzmannhaus ist es ruhig. Wie zu erwarten war, machen sich nur wenige Wanderer für den Aufstieg bereit. Ich will auf jeden Fall noch bis auf das Hocheck gehen und dort entscheiden, ob das Wetter die Vollendung der Überschreitung zulässt. Das Gelände wird jetzt zunehmend alpiner, der Weg immer wieder von steilen Felsplatten und Stufen unterbrochen. Die Tour beginnt, richtig Spaß zu machen. Die meisten Platten gehe ich einfach gerade hinauf. Die Sohlen meiner Schuhe beißen sich gut in den scheinbar glatten, aber doch griffigen Fels.

Ein beklemmendes Gefühl ist es schon, hier ganz alleine so ausgesetzt unterwegs zu sein. Dafür kann ich meinen Fokus ganz und gar auf mich selbst, das Gehen und die Landschaft lenken. Ich muss mich nach niemanden richten. Kein Geplapper lenkt mich ab. Niemand muss pipi, oder zum Trinken stehen bleiben. Die Zeit vergeht unheimlich schnell. Nach zwei Stunden und 40 Minuten blendet mich der goldene Jesus am Gipfelkreuz des Hochecks. Ich habe jetzt etwas über 2.000 Höhenmeter abgespult. Der anstrengende Teil der Tour ist geschafft.

Ich unterhalte mich kurz mit zwei Jungs, die unsicher sind, ob sie weitergehen sollen. Das Wetter sieht stabil aus. Ich werde es riskieren, rate ihnen aber, an der Mittelspitze umzukehren, wenn sie am Grat zu langsam vorankommen. Ich schieße ein Gipfelfoto von den beiden und verabschiede mich Richtung Mittelspitze. Möge die Überschreitung beginnen!

Der schmale Grat zwischen Sicherheit und Selbstkontrolle

Dieser schmale Grat zwischen Hocheck und Südspitze sorgt in Berchtesgaden schon lange für Debatten. Wer hat wirklich etwas am Watzmann verloren und wer sollte ihn lieber bei einer Schifffahrt am Königssee bewundern? Zu viele zählen sich zur ersten Gruppe, zu wenige von ihnen sind der Tour wirklich gewachsen.

Das Problem: Die Watzmann-Überschreitung wird auf diversen Plattformen als durchgehender Klettersteig ausgegeben. Dabei sind von den vier Kilometern zwischen Hocheck und Wimmbachgries gerade einmal 700 Meter mit Seilen versichert. Die Nationalparkverwaltung entschied sich vor wenigen Wochen zu einer mutigen, aber sinnvollen Gegenbewegung am Watzmanngrat. An den einfacheren Stellen entfernten die Wegemacher Haken, Stifte und Seile, während die Sicherungen an den wirklich kritischen Passagen erneuert wurden.

Nach dem Rückbau bin ich eine der ersten, die sich über den Grat wagt. Weil ich die Überschreitung heute zum ersten Mal mache, bin ich gespannt, was mich erwartet. Zuvor schlüpfe ich in meine Windjacke und ziehe ein Stirnband über die Ohren. Es ist richtig kalt hier oben. Die Jungs erzählen mir, dass es vorhin sogar kurz geschneit hat.

Dann marschiere ich los. Am Hocheck-Biwak vorbei zur ersten Felsstufe, an der man ein paar Meter abklettern muss. Seile entschärfen die ausgesetzte Stelle. Als ich an die Sicherung lange, um mich festzuhalten, lasse ich augenblicklich wieder los. Das Seil ist eiskalt. Ja, ich hätte Handschuhe einpacken sollen.

Der weitere Weg zur Mittelspitze ist kaum noch versichert. Dafür umso schöner zu gehen. Den Hauptgipfel des Watzmanns erreicht man über leicht ansteigende Platten. Nach weniger als drei Stunden stehe ich auf der Mittelspitze. Eine mystische Stimmung und völlige Stille umgeben mich. Der Wind hat nachgelassen, ich höre und sehe keine anderen Bergsteiger. Nie zuvor war ich auf einem so beliebten Berg so einsam.

Dicker Nebel schiebt sich vom Königssee über die Ostwand herauf. Der Nebel arbeitet die Konturen des Grates perfekt heraus. Ich erkenne jeden Zacken und jede Einkerbung auf meinem Weiterweg zur Südspitze. Der Blick ins Wimmbachgries ist frei.

Achterbahnfahrt zur Watzmann-Südspitze

Erst jetzt wird mir bewusst, wie elendig weit sich der Grat von der Mittelspitze zur Südspitze zieht. Ich klettere zuerst wieder ein Stück ab, gehe kurz gerade aus und steige über eine schmale Rampe zum nächsten Zacken auf. Das Ganze wiederholt sich noch zwei-, dreimal – kurze Zeit zweifele ich schon, ob ich jemals an der Südspitze ankommen werde.

Manchmal verläuft die Route direkt am Grat. Links fällt die Ostwand 2.000 Meter zum Königssee ab, rechts geht es schwindelerregend weit ins Wimmbachgries hinunter. Es macht richtig Spaß, sich hier zu bewegen. Und weil ich ganz alleine da bin, hält mich an den kniffligen Stellen auch niemand auf. Konzentriert setzte ich einen Schritt nach dem anderen und prüfe jeden Felsblock, der etwas instabil aussieht, auf seine Festigkeit. Ich darf mir ungesichert hier keinen Fehler erlauben. Besonders, weil ich meinem linken Fuß sechs Wochen nach dem Bänderriss nur zu 60 Prozent vertrauen kann.

Die tiefe Konzentration auf mich selbst lässt mein Zeitgefühl verschwimmen. Wie aus dem Nichts steht plötzlich der letzte Anstieg zur Südspitze vor mir. Zudem zwei Burschen, die gerade die Karabiner ihres Klettersteigs in die Seilsicherung einhängen. Ich warte, bis sie ihre Karabiner oben entfernt haben und klettere hinterher.

Fünf Schritte später stehe ich auf dem dritten Gipfel für heute. Die Südspitze ist mit ihren 2.712 Metern nur einen Meter niedriger als die Mittelspitze. Der Nebel auf der Ostseite des Watzmanns hat sich hartnäckig gehalten. Die Sicht reicht heute nicht vom Steinernen Meer bis in die Hohen Tauern, sondern gerade bis zur ersten Markierung des Abstiegs. Die Westseite des Grates ist frei von Nebel und der Blick ins Wimmbachgries deshalb ebenso.

Am Gipfel gönne ich mir zehn Minuten Pause, knipse ein paar Bilder und esse ein Stück von Mamas Mohnkuchen. Der gibt Kraft für den langen Abstieg – den ich mir zu diesem Zeitpunkt nur halb so schlimm vorstelle, wie er dann tatsächlich ist.

Ich tausche mich kurz mit den Burschen aus, die ebenfalls zum ersten Mal auf der Überschreitung unterwegs sind. Sie haben am Hocheck biwakiert und wollen wissen, wie lange ich heute schon unterwegs bin. Als ich die Zeit von meiner Uhr ablese, bin ich selbst überrascht: Drei Stunden 40 Minuten leuchten vom Display.

Der qualvolle Weg zurück

Im Glauben, das Schwierigste hinter mir zu haben, trabe ich leichtfüßig den Abstieg hinab. Mein Knöchel hab super gehalten, ich fühle mich sicher und die Gedanken, dass ich mir erneut wehtun könnte, sind verflogen. Bis plötzlich die ersten Steine unter meinen Füßen nachgeben und feiner, rutschiger Kies den Weg bedeckt. Sofort kehrt die Angst zurück, einen Ausrutscher mit dem linken Bein nicht abfangen zu können. Einige Stellen muss ich abklettern, an anderen über schmale Felsrippen balancieren. An einer dieser Rippen kippt mein Fuß nach außen weg. Ein stechender Schmerz fährt durch mein Bein. Ich erstarre. Scheiße! Nicht jetzt. Nicht hier! Wie soll ich von diesem Ort wegkommen, wenn ich nicht mehr auftreten kann?

Ich setze mich ein paar Minuten hin. Zitternd ziehe ich den Schuh aus und bewege meinen Fuß leicht hin und her. Der erste Schmerz klingt ab. Was bleibt ist ein dumpfes Gefühl und der Ärger über mich selbst, dass ich so unkonzentriert war. Ich hole meine Stöcke vom Rucksack und trete vorsichtig wieder auf. Mein Bein hat gerade die Stabilität eines schwabbeligen Puddings. Das ist nur der Schock, rede ich mir ein und gehe weiter.

Weiter unten ist der Weg flacher und weniger steinschlaggefährdet. Dafür überzieht hier feiner Sand den Boden. Der Steig ist schlecht ausgetreten und teilweise von den letzten Regenfällen ausgewaschen. Im unteren Teil verläuft der Weg durch zwei schmale Sandrinnen. Ein echter Graus, vor allem, weil der Boden auch noch feucht ist. Zwar sind hier dicke Eisenketten angebracht, an denen man sich ablassen kann, diese sind aber durch den Nebel so glitschig, dass meine Hände dran einfach abgleiten.

Während ich dem Weg meine ganze Aufmerksamkeit schenke, hätte ich beinahe die geniale Landschaft im Wimmbachgries übersehen. Mächtige Schotterflüsse entspringen den Rinnen der Bergflanken. Der Talboden ist von dicken, dunkelgrünen Latschen übersät. Das ist eine andere Welt. Eine andere Welt, in der es gerade zu regnen beginnt.

Waschstraße Wimmbachgrieß

Bald fallen dicke Regentropfen vom Himmel. Daumennagelgroß. Regen, du kommst zwei Stunden früher, als vorhergesagt. Ich schaffe es gerade noch, meine Regenjacke anzuziehen und mein Handy in Sicherheit zu bringen. Dann geht die Welt über mir unter. Kein Gewitter. Nur der gewaltigste Platzregen, der mich je in den Bergen erwischt hat.

Ich will nicht klagen. Immerhin hätte er mich schon beim Abstieg von der Südspitze überraschen können. Zum Glück habe ich mittlerweile das Wimmbachgries erreicht. Mein Pech: Bis zum Auto sind es noch mindestens zehn Kilometer und es sieht nicht danach aus, als würde der Regen bald nachlassen. Von den letzten Kilometern gibt es keine Bilder mehr. Ich habe Angst, mein Handy würde absaufen, holte ich es nur für drei Sekunden aus der Jackentasche.

Ich komme an einem Wegweiser vorbei. Irgendwas mit vier oder fünf Stunden zur Wimmbachbrücke steht darauf angeschrieben. Hmmpf. Ich ziehe den Ärmel meiner Jacke über die Uhr. Ich will nicht wissen, wie weit ich bin, oder wie lange der Weg noch ist.

Dann beginne ich zu laufen und höre damit nicht mehr auf, bis ich vor meinem Auto stehe. Ich fühle mich wie Forrest Gump in Vietnam: Regen kommt von oben, von der Seite und von unten. Die Nässe kriecht unbarmherzig durch die Membran meiner GoreTex-Jacke. Die Hinterseite meiner Oberschenkel ist taub vor Kälte.

Dennoch habe ich Spaß am Laufen. Der Weg durch das Gries schlängelt sich über feine Schotterbänke, die jeden Schritt angenehm dämpfen. Mit einem breiten Grinser trabe ich an deutschen Urlaubern vorbei, deren entgeisterte Blicke mir unter ihren Schirmen oder Regenponchos meist ein paar Meter folgen.

Meine Erleichterung, als endlich die Ramsau vor mir auftaucht, kann ich aber nicht leugnen. An der Infotafel an der Wimmbachbrücke sacke ich zu Boden und reiße den Ärmel meiner Jacke hoch. Sechs Stunden und sieben Minuten. Der Lauf durchs Wimmbachgries hat sich um Ewigkeiten länger angefühlt, als er wirklich war. Die Zeit überrascht mich und gibt mir Selbstvertrauen für den Großglockner Ultratrail in einer Woche.

Mein Fazit: Die Watzmann-Überschreitung an einem Tag ist für jeden machbar, der über eine gute Ausdauer und die nötige Beinkraft verfügt und sich in schwierigem Gelände zügig sowie sicher bewegen kann. Meiner Meinung nach sind am Grat immer noch genügend Sicherungen angebracht – besonders an Stellen, an denen man abklettern muss. An vielen anderen Stellen, die teilweise sehr ausgesetzt sind, muss man auf die Unterstützung von Seilen verzichten. Sicheres Klettern im II. Schwierigkeitsgrad ohne Sicherungsmöglichkeit muss beherrscht werden.

Diese Ausrüstung war dabei

Nur, um etwas klarzustellen

Irgendwie ist die Annahme entstanden, meine Tour wäre ein Speed-Versuch gewesen. Mir ist schon klar, dass sechs Stunden für die Watzmann-Überschreitung recht flott sind. Aber ich habe nirgends geschrieben, dass die Tour ein Versuch auf Zeit war, noch habe ich damit geprahlt, die Überschreitung in sechs Stunden gemacht zu haben (so wie viele andere es taten). Ein Speed-Versuch wäre zu gegebenem Zeitpunkt aus zwei Gründen eine schlechte Idee gewesen:

  1. Das war meine erste Watzmann-Überschreitung. Bei einem ernsthaften Speed-Versuch würde ich mir die Strecke zuvor auf jeden Fall ansehen.
  2. Ich habe mir vor sechs Wochen ein Band im Sprunggelenk gerissen und zwei weitere eingerissen. Ich bin viele Höhenmeter und Kilometer im Trainingsrückstand und kann noch lange nicht an alte Leistungen anknüpfen. Das Ergebnis einer Speed-Überschreitung würde also nie meine eigentliche Leistungsfähigkeit wiederspiegeln und könnte für mich persönlich gerade nur eine Enttäuschung sein.

Klar, hatte ich einen Zeitplan, um vor dem Schlechtwettereinbruch zurück zu sein. Ich wollte nach spätestens nach drei Stunden am Hocheck sein, um die Überschreitung sicher vollenden zu können. Alles Übrige ist gekommen, wie es eben kam. Ich habe in meinem Bekanntenkreis mehrere Personen, die die Tour in fünf Stunden und weniger gelaufen sind. Mit sechs Stunden hat man sich also original gar nichts einzubilden.

56 comments on “Watzmann-Überschreitung an einem Tag? Hart, aber machbar!

  1. Frank Handel

    Hallo Susi,
    vielen Dank für die Tourenbeschreibung, die mich ermunterte die Überschreitung zu versuchen und die krasse Leistung von Dir mit einem derartigen Tempo über den Grat zu fegen. Um es vorwegzunehmen, ich hatte dann doch über zehn Stunden benötigt. Mein Ziel, nicht von der Dunkelheit überrascht zu werden, konnte ich erreichen. Der gefühlte endlose Abstieg darf jedoch keinesfalls unterschätzt werden. Steile Rinnen und loser Schotter kosten viel Kraft und Aufmerksamkeit. Am 16ten Oktober hatte ich beste Bedingungen, denn das Wetter spielte mit (keine Wolke am Himmel) und von Stau am Grat keine Spur, weil einfach niemand unterwegs war. Stille und Einsamkeit, Felsenlandschaft und Ausblick – einfach grandios. Fazit: Die angegebenen Zeiten für den Aufstieg sollten zwingend unterschritten werden und wer über Erfahrungen im Felsenklettern verfügt sollte am Grat zügig vorwärts kommen. Der Abstieg ist landschaftlich durchaus interessant, aber sehr kraftraubend. Vier Tage Muskelkater sprechen für sich.
    LG Frank

    • Hi Frank!

      Danke für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt und ich wünsche dir viel Spaß auf der Tour 🙂

    • Hi Frank! Vielen Dank deinen Kommentar und die Einschätzung der Tour. Ich freue mich, dass du so einen großartigen Tag hattest. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass der Abstieg mitunter das Kritischste der Überschreitung ist. Das übersehen bestimmt viele.

      Liebe Grüße,

      Susi

  2. Christina

    Hallo Susi !
    Toller Bericht und wichtige ‚insidertipps‘ z.B. Was das Wasser auffüllen betrifft und deine Zeiplanung .
    Auch dank diesem Artikel ist meine Überschreitung heute so gut gelaufen – danke dir !! 🙂
    Es war ‚zwar‘ schön Wetter und dementsprechend mehr los aber die Ausblicke waren einfach traumhaft .
    Macht weiter so Mädels, euer Blog ist toll :))
    LG, Christina

    • Hi Christina,

      es freut mich, dass ich durch meinen Artikel zu einer schönen Tour beitragen konnte. Wir machen natürlich fleißig weiter und hoffen,
      du liest weiterhin fleißig mit. 🙂

      LG

  3. Klasse Leistung, und ein super Beitrag.
    Ich möchte die Überschreitung schon seit mehreren Jahren machen aber entweder kam etwas dazwischen oder das Wetter spielte nicht mit. Aktuell bin ich skeptisch ob es nicht zu viel ist.
    Ich habe mir – ähnlich wie du – vor 12 Wochen alle 3 Außenbänder gerissen plus ein Innenband…
    Es geht schon wieder aber das Bergab macht mir noch Probleme und die Kondition durch 5Wochen komplette Ruhigstellung ist echt „futsch“.
    Dein Bericht überzeugt mich nochmal bis nächstes Jahr damit zu warten und es dann auch an einem Tag zu machen 🙂 Bestimmt nicht in 6 Stunden aber wenigstens an einem Tag!

    Liebe Grüße Kia

    • Hallo Kia! Vielen dank für deine Nachricht. Ich hoffe, du kommst schnell wieder in die Gänge. Wichtig ist, dass du deinen Fuß muskulär stabilisierst und viel Grundlagen trainierst. Dann klappt das nächstes Jahr bestimmt 💪

  4. Wow Wow , ich ziehe den Hut !!! Erstens vor deinem Mut und zweitens von der Zeit !
    Jede/Jeder andere wäre wahrscheinlich am Watzmannhaus als die ersten Regentropfen vielen umgekehrt bzw. abgebrochen. Kenn die Tour nur vom „hören-sagen“ “ ! Auf dem Watzmannhaus war ich mal vor vielen Jahren. Ich möchte dich aber auch darauf hinweisen,dass (alleine) und anscheinend wenig Publikumverkehr dort oben die Sache auch böse hätte enden können aber das weißt du sicherlich alles selbst ! Also nochmals „Hut ab “ !!!

    • Hey! Danke für deinen lieben Kommentar! Ich möchte dich darauf hinweisen, dass es am Watzmann sicher umso sicherer ist, je weniger Leute dort oben unterwegs sind 😉
      Es ist auch nicht so ungewöhnlich, dass man die Tour alleine macht. Ich bin ja schon groß 😀

      LG

      • Ich dachte nur wegen dem Fuss den du angesprochen hast ! Was machst du alleine dort oben wenn es schlimmer geworden wäre ? Ist ja aber alles gut gegangen !!!

      • Naja ich war ja davor auch schon wieder alleine am Berg. Verletzten kann man sich immer und überall. Mit dem Restrisiko muss man leben.

  5. Michael Kinder

    Ein packender Bericht, aber kann es sein, dass du am Anfang etwas verwechselt hast? Die Mitterkaseralm liegt doch unterhalb des Jenner und liegt auf dem Weg zum Hohen Brett. Da hoch bin ich vor einer Woche entlang gewandert. Ich hoffe, dass ich als Tourist jetzt nichts verwechselt habe??!

    • Danke Michael! Na es gibt dort auch eine Mitterkaseralm – verwirrend dieses BGL 😉

  6. Wow ! Ich war hin und weg ! Sehr gut geschrieben ! Hat sich angefühlt als ob ich dabei wäre .. !! Wow ! Hoffentlich darf ich das auch irgendwann mal live erleben !!

    • Oh dankeschön! Das ist sicher das größte Lob wenn’s so geschrieben ist, als ob du dabei gewesen wärst 😊

  7. Ui, was für eine bezaubernd lächelnde Susi.

  8. Hi Susi,

    prima, dein Beitrag und natürlich deine Leistung. 😊 Finde ich prinzipiell gut, dass die Seile an den „einfacheren“ Stellen entfernt wurden. Da fällt mir dann der Hochkalter auf der anderen Seite ein. Auch ein Kletterberg, gänzlich unversichert. Dein Artikel hat mir jedenfalls Lust gemacht, es zu probieren. ☺

    Liebe Grüße, David

    • Hallo David! Das freut mich sehr, vielen Dank! Ich finde die Ursprünglichkeit am Hochkalter auch genial. Einer meiner absoluten Lieblingsberge 🙂

  9. Grosser Respekt vor dieser Leistung! Ich wäre einer dieser langsameren Zeitgenossen gewesen, die Du zu Deinem Glück nicht getroffen hast! 😀 Ein toller Bericht über diese – wie ich finde, sehr schöne – Tour!

  10. Pingback: Weitwander-Rückblick Juli 2017 – gehlebt

  11. Schöner Bericht von einer tollen Tour. Ich hab was ähnliches nächste Woche am Jubi vor. Was macht der Haxn ?

  12. Jeannette

    Wow, endlich mal ein Bericht der Mut macht die Tour als Frau und alleine anzugehen..Ich will die schon recht lange gehen, finde aber keinen Partner dafür. UND Danke für die Packliste, mein Motto ist auch oft weniger (Gewicht) ist mehr (Kraft) für die Strecke… und die Frage nach der Eigensicherung ist dann auch schon wieder etwas weiter beantwortet. Liebe Grüße Jeannette

  13. Was für ein packender Beitrag, Susi ❤ Großartig auch die männlichen Kommentatoren auf Facebook zu Deiner Zeit – haha. Hätte selbst mal Spaß, die sportliche Herausforderung bei so einer Aktion zu suchen, doch muss ich wohl noch (sehr viel mehr) an meinen Kletterkünsten üben – die nicht vorhanden sind 😀 Aber es macht Lust darauf, wenn man Deinen Bericht liest. Gut, mit nem verknacksten Fuß hätte ich mir vermutlich noch etwas Zeit gelassen, bin da aber auch übervorsichtig. Aber irgendwann muss man ja auch los, das kann ich gut verstehen 😀
    Alles Liebe,
    Bianca

    • Liebe Bianca,

      es freut mich sehr, dass dir der Artikel so gut gefallen hat. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂

      Liebe Grüße,

      Susi

  14. Ja ein schöne Tour. Gut, dass so viele Menschen da rüber wollen, dann bleiben die wahren Schmankerl wenigstens einsam 😉

    • Hi Gerline! Ja, da hast du recht. Die Schmankerl findet man schon einen Gipfel weiter 😉

      LG

  15. Sehr schöner Beitrag. Da muss ich als Österreicher fast auch mal vorbeischauen 🙂 das wäre ja genau meins, Gratwanderung, ausgesetzt und dann Tempo machen.
    Du hast es ja echt super erwischt an dem Tag, ich finde es gibt kaum etwas nervigeres als langsame Bergsteiger die man nicht überholen kann.

    • Hi Martin,

      der Watzmann ist ein wirklich schöner Berg. Das finden leider nur sehr viele Leute, darum wirst du bei perfektem Bergwetter dort nie alleine sein. Am Grat gibt es zahlreiche Stellen, an denen überholen nicht möglich ist. Falls du etwas weniger überlaufenes suchst, schau mal beim Nachbarn des Watzmanns, dem Hochkalter, vorbei. 🙂

  16. Toller Bericht und eine Super Zeit! Da die Zeit von einigen angezweifelt wird wie du oben schreibst, lade die Datei einfach bei STRAVA hoch da ist dann alles für jeden nachvollziehbar und macht die Zweifler Mundtod!

  17. Danke für den Beitrag. Mir steht sie auch noch bevor, da wir sie leider letztes WE wegen dem Gewitter absagen mussten. Ja, ich bin ein Schisser vor dem Herren und habe Respekt vor dem Watzmann und dieser Tour. Da muss einfach alles perfekt sein. Und wir brauchen bestimmt doppelt bis dreifach so lange. Ich hoffe sehr, dass sich das dieses Jahr noch ausgeht. Der Ansturm da hoch ist ja leider wirklich enorm. Aber als „Nicht-so-weit-entfernt-wohnende-Salzburgerin“ geht sich das schon irgendwann aus :p Liebe Grüße und die Erklärung bzgl. Speed-Versuch überrascht mich nicht. War halt grad n blöder Zeitpunkt, weil da einige andre eben genau das versucht haben bzw. Zeiten vorgelegt haben. Trotzdem klasse, dass ne Frau mitmischen kann hihi

    • Hi Romana,

      ja, dort oben in ein Gewitter zu kommen wäre wirklich unschön. Aber zum Glück sind wir in der Nähe und können den richtigen Zeitpunkt abpassen und die Tour auch spontan machen. 🙂

      Am längsten dauert sicher der Weg zurück über das Wimmbachgries, wenn man nicht läuft.

      Stimmt, ich hab das auf Facebook auch mitbekommen, dass da einige Speed-Versuche vorgenommen würden. Ich wollte mich davon distanzieren. Mir ging es eher darum für unsere Leser auszuchecken, wie es mit den Sicherungen nach dem Rückbau aussieht und dabei anderen Plattformen zuvorkommen 😉

      Einige Typen dürften sich aber trotzdem ein wenig gekränkt gefühlt haben. 😉

  18. Ich finde es schade, dass du derart kritische und auch deplazierte Kommentare erhalten hast. Wenn du die Tour in 6h gemacht hast, ist das aller Ehren wert. Der Gedanke, dass du hier geschummelt haben könntest, ist für mich abwegig. Es ging ja schließlich nur darum die Tour zu präsentieren. Das wiederum hast du toll gemacht. Vielen Dank dafür.

    Grüße Mike

    • Hallo Mike,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich denke auch, dass ich es nicht nötig habe, bei der Zeit zu schummeln. Besonders, weil ich sowieso nicht zu den schnellsten gehöre und das auch nie angedacht war. Viel mehr ging es mir darum, die Tour nach den Umbauten bald mal zu gehen, um am Blog meine Erfahrungen schildern zu können. Dürfte ganz gut gelungen sein. 😉

      Liebe Grüße,

      Susi

  19. Geile Tour! Ich bin sie bisher erst einmal gegangen und muss sie bei Gelegenheit unbedingt mal wiederholen.
    Von Speedversuchen ist bei mir da auch keine Rede, weil ich dieses Gratzeug und Abgeklettere eigentlich garnicht so mag. 😉

  20. Respekt! Für mich als „Flachländer“ ist es unglaublich was ihr leistet. Seit 4 Jahren machen wir in der Region Urlaub und ich muss sagen es hat uns gepackt! Für uns ist es ein Traum nur annähernd etwas derartiges zu schaffen! Macht weiter so, ich träume dann durch eure Berichte weiter!!! 👍

    • Hallo Caro! Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Es freut uns sehr, wenn dich unsere Touren inspirieren. Dass dich die Berge rund um Berchtesgaden gepackt haben, können wir sehr gut verstehen. Falls euch der Watzmann noch eine Nummer zu groß ist, können wir euch die Schärtenspitze oder den Steinberg ans Herz legen. 🙂

  21. Coole Aktion 👍, bin schon auf Watzmann 2.0 gespannt

  22. Schöner Bericht. Vor allem freut mich, dass du 6 Wochen nach deinem Bänderriss wieder so unterwegs bist.
    Mich hat ein doppelter ereilt vor mittlerweile 8 Wochen. Heilung verlief gut, aber ich bin dadurch auch ordentlich im Trainingsrückstand und alle halten mich für verrückt an meinen Projekten festzuhalten.
    Super gemacht. 🙂

  23. Schöner Bericht. Vor allem freut mich, dass du 6 Wochen nach deinem Bänderriss wieder so unterwegs bist.
    Mich hat ein doppelter ereilt vor mittlerweile 8 Wochen. Heilung verlief gut, aber ich bin dadurch auch ordentlich im Trainingsrückstand und alle halten mich für verrückt an meinen Projekten festzuhalten.
    Super gemacht. 🙂

    • Hi Sarah! Zu aller erst: danke für deinen lieben Kommentar!
      Ich kann deine Verzweiflung voll verstehen. Ich hab mich am Anfang mit Schwimmen und Radfahren fit gehalten – das ging nach drei/vier Wochen schon wieder recht gut. Und bleib ja an deinen Projekten dran. Das ist überhaupt nicht verrückt! Ich bin am Samstag meinen ersten Ultratrail gelaufen. 7 Wochen nach der Verletzung. Sieh zu, dass du dein Bein gut stabilisierst und viele koordinative Übungen machst 🙂

  24. Steht dieses Jahr für mich auch noch auf dem Plan… 🙂

  25. Danke für den Artikel. Wir haben gestern den Entschluss gefasst, im September die Tour zu machen. Da kam dein Beitrag wie gerufen 😋

    • Hi Axel! Gute Entscheidung. Im Herbst ist die Tour sicher am schönsten. Schaut, dass ihr wenn möglich unter der Woche startet 🙂

  26. respekt 👍

  27. Liebe Susi, wahnsinnig tolle Leistung von dir! Kannst stolz auf dich sein! Der Neid is a ‚luada‘ wie man so schön sagt 😉
    keep on rocking 🙋🏼

  28. Hervorragend! 😉 super Ding!

    • Ja, ist schon eine super Tour. Besonders, wenn keine Leute unterwegs sind 😉

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