Biken Touren

Frühlingserwachen: Mit dem Mountainbike um den Untersberg

Wenn der Frühling das Tal langsam in ein sanftes Grün taucht, die Obstbäume blühen und die Wiesen in allen Farben leuchten, kann man davon kaum genug bekommen. Die Umrundung des imposanten Untersbergmassivs, bietet das perfekte Ambiente, um den Frühling einzuatmen.

Die Untersbergrunde gehört für mich zu den Klassikern im Raum Salzburg und Berchtesgaden. Sie bietet eine große Vielfalt an Varianten, ist abgewandelt sogar für Rennradfahrer möglich und mit ein paar kleinen Umwegen kann auch der ein oder anderen Trail eingebaut werden. Die perfekte Strecke also, um das Radl und die Muskeln aus dem Winterschlaf zu erwecken und wieder an die „neue“ Belastung zu gewöhnen. Vor allem eignet sie sich gut zum Training der Grundlagenausdauer.

Mit gewohnten „klick“ rasten meine Fahrradschuhe in die Pedale ein und ich biege in die Unterweißenbachstraße Richtung Hallein ein. Vorbei geht’s an saftig grünen Almwiesen, g’schaftigen Bauernhöfen und durch einen mit Bärlauch bedeckten Wald nach Hallein. Von dort verläuft der Weg weniger schön an der Bundesstraße entlang bis nach St. Leonhard. Hier startet die eigentliche Rundtour.

Vorbei an der Untersbergbahn fahre ich weiter Richtung Fürstenbrunn. Der Weg dorthin führt durch Grödig und Glanegg, wo rosa blühende Zierkirschenbäume die Straßen säumen. In Glanegg zweigt der Weg links Richtung Fürstenbrunn ab. Auf dem Asphalt fliegen die Kilometer nur so dahin. Und schon bald öffnet sich der Blick auf das herrschaftliche Schloss Glanegg. Am Fuße des Schlosses liegt das Gut Meierhof. Eine Allee aus Blutbuchen säumt die Straße dorthin, deren junge rote Blätter dem Weg etwas Majestätisches verleihen. Das prunkvolle Anwesen ist eine willkommene Abwechslung auf den letzten Kilometern auf der Verkehrsstraße und lässt diese schnell vergessen.

In Fürstenbrunn gabelt sich der Weg für all diejenigen, die sich die Höhenmeter zum Latschenwirt sparen wollen. Die Abzweigung ist mit einem Schild gekennzeichnet und führt mit einer sanfteren Steigung über Großgmain. Diese Variante ist auch für Rennradfahrer geeignet.

Da ich mit dem Moutainbike unterwegs bin, wähle ich die rassere Strecke und fahre weiter gerade aus. Am Ende des Ortes geht es dann zur Sache, die steilste Stelle der Tour beginnt. Die St0llen der Mountainbike-Reifen knirschen auf dem Asphalt, als es die steile Rampe hinaufgeht. Schon bald wird es wieder flacher und unter einem Dach aus sanft grünen Buchenblättern entspannen sich meine Oberschenkel. Der Weg wird mal steiler, mal flacher und schon bald erreiche ich eine Lichtung, welche den Blick auf den mächtigen Untersberg preisgibt.

Von hier geht es jetzt erst einmal zur Erholung der Beine bergab. Am Latschenwirt biegt der Weg endlich von der Straße ab und führt in den Wald. Die Vögel zwitschern, entfernt plätschert ein Bächlein und zwischen den jungen Blättern der Bäume und Sträucher strahlen schüchtern ein paar Sonnenstrahlen durch. Plötzlich ist der Märchenwald vorbei ich komme zu einer großen Lichtung, die ich an der linken Seite umfahre. Auch bei der nächsten Gabelung halt ich mich links, bevor es leicht rechts bergab zum Hallthurmer Berg geht. Dieser kündigt sich heute mit dem Schreien der Sirenen eines Krankenwagens an, als ich die Straße erreiche fährt er gerade vor mir die Bundesstraße hoch.

Nur kurz führt der Radweg an der Straße entlang, dann bekommen die Stollen wieder für ein kurzes Stück Schotter zum Greifen. Nun führt der Weg endgültig aus dem Wald raus und zwischen Bauernhöfen und Weidewiesen vorbei. Hinter mir türmen sich die steilen Wände des Untersbergs auf. Ich bin in Bischofswiesen angekommen und die Kilometer rasseln nur so dahin. Erst am Ende der Ortschaft, zweige ich an der Ampel Richtung Aschauer Weier ab. Vorbei an schönen Bauernhäusern, darf ich noch mal einige wenige Höhenmeter hochstrampeln. Der Blick auf den Watzmann und den Hohen Göll, wird mir heute leider von großen Wolkentürmen versperrt. Schon bald erreiche ich Berchtesgaden. Hier verläuft der Weg kurz über die Bundesstraße, dann geht es rechts über eine Brücke, vorbei an der Notarztwache und dem Salzbergwerk.

Links neben mir rauscht die Königsseeache dahin. Unter einer Brücke wechsle ich die Straßenseite. Ein kurzes Stück radele ich an der Bundesstraße entlang, bevor ich mich über eine kleine Holzbrücke für Fußgänger von der Bundesstraße entferne. Ein kurzes Stück durchs Industriegebiet und dann wieder links auf den Schotterweg Richtung Almbachklamm. Auf der Königsseeache ist gerade eine Schulklasse beim Rafting, die Kinder übertönen mit ihren aufgeregten Schreien das Rauschen des Flusses.

In Marktschellenberg geht’s zurück auf die Bundesstraße, und die letzten Kilometer zurück nach St. Leonhardt. Glücklich, mit müden Beinen und mit knurrendem Magen radel ich die letzten 15 Kilometer von St. Leonhard wieder nach Hause.

Tourdaten

Streckenlänge: 54 Kilometer
Höhenmeter: 800
Dauer: drei Stunden

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