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Die Berge lesen lernen

In 5 Schritten zur besseren Tourenplanung

Wer seinen Sport ernst nimmt, der widmet ihm auch Zeit. Eine sorgfältige Planung gehört ebenso zum Tourengehen wie genussvolle Aufstiege und Abfahrten.

1. Den Lawinenlagebericht abrufen

Der Lawinenlagebericht bildet die Basis jeder Skitour. Sämtliche Entscheidungen bauen auf den Angaben im Bericht auf und werden abhängig von der Lawinenwarnstufe getroffen.

Die aktuellen Verhältnisse für jedes Gebiet findest du etwa auf www.lawinen.at. Der Warnbericht wird während der Wintermonate täglich aktualisiert und enthält Informationen wie:

  • Lawinenwarnstufe
  • Neuschneemenge
  • Beschaffenheit der Schneedecke
  • Wind
  • welche Lagen und Expositionen gefährlich sind
  • wie die Situation am Vormittag und am Nachmittag aussieht
  • welche Gründe für die Lawinengefahr verantwortlich sind

Der Lawinenlagebericht ist eine Einrichtung der Landesregierung und stellt immer nur eine allgemeine Situation für einen klimatischen oder geografischen Großraum dar. Er kann also nicht immer und überall gleich gelten.

Die europäische Lawinenwarnskala

Von geringer Zusatzbelastung spricht man schon bei einem einzelnen Wintersportler, der den Hang befährt. Große Zusatzbelastungen treten etwa bei Stürzen oder Sprengungen auf. Die spontane Auslösung einer Lawine ist ohne menschliche Beteiligung möglich.

Anfänger sind auf den Lawinenlagebericht angewiesen, um Gefahren besser einschätzen zu können. Der Profi kann aufgrund seiner Erfahrung die Gefahrenstufe besser beurteilen und seine Vorhaben an die lokalen Verhältnisse anpassen. Der Lagebericht alleine genügt aber nicht für eine vollständige Tourenplanung.

2. Den Wetterbericht studieren

Obwohl sich Lawinen- und Wetterbericht in einigen Punkten überschneiden ist es doch ratsam, am Tag vor der Tour die morgigen Wetterverhältnisse zu studieren. So erhält man zusätzliche Angaben zu Schneefall, Wind und Temperaturen für bestimmte Höhenlagen. Die Entscheidungen, die man aufgrund des Lawinenlageberichts getroffen hat, können nochmals angepasst werden.

In Österreich verlasse ich mich am liebsten auf ZAMG, in Deutschland auf den Deutschen Wetterdienst.

3. Wer kommt mit?

Die Gruppengröße und die Dynamik innerhalb der Gruppe sind ausschlaggebend dafür, welche Tour angepeilt wird. Entscheidungen sind an das schwächste Glied anzupassen. Eine Tour ist nur erfolgreich, wenn die Verhältnisse dem Können aller Teilnehmer entsprechen.

4. Tourenbericht und Karte ausdrucken

Du wirst die Wahl deiner Tour an das Wetter und die Lawinenwarnstufe anpassen. Bei Warnstufe drei und starkem Wind empfiehlt sich eine Tour in niedrigen Lagen, die vorwiegend durch dichten Wald führt. Bei perfekten Frühjahrsverhältnissen inklusive Firn und Sonnenschein spricht nichts gegen eine Tour über die 3000 Meter.

Vor eine neuen Tour sollten unbedingt die Tourendaten und die Karte studiert werden.
Vor einer neuen Tour sollten unbedingt die Tourdaten und die Karte studiert werden.

Die meisten Tourenportale stellen auch topografische Karten zur Verfügung. Karten ermöglichen die Einschätzung der

  • Hangneigung (über den Abstand der Höhenlinien)
  • Geländeform
  • Exposition
  • Höhe (mittels Höhenlinien)
  • Untergrundbeschaffenheit (Wiese, Wald, Fels)
  • Distanzen

Wer in unbekannte Gebiete aufbricht, wird sich vorweg in Büchern oder auf Tourenportalen über mögliche Ziele informieren. Wo erfolgt der Aufstieg? Wie viele Höhenmeter müssen bewältigt werden? Wie lange werde ich unterwegs sein?

Ideen für Touren hole ich mir am liebsten von:

5. Die vollständige Ausrüstung

Die Notfallausrüstung ist das letzte fehlende Puzzelstück einer sorgfältigen Tourenplanung. In den Rucksack eines jeden Teilnehmers gehören Sonde und Schaufel, ein LVS-Gerät legt man am besten schon vor der Anreise um (einschalten und LVS-Check nicht vergessen). Genügend zu trinken und warme Wechselkleidung versüßen dir die Tour noch zusätzlich.

Sicherheitsausrüstung, die auf jede Tour mit gehört.
Sicherheitsausrüstung, die auf jede Tour mitgehört.

Mindestens einer der Gruppe sollte ein Erste-Hilfe-Packet und einen Biwaksack mitführen.

Alles geplant und durchdacht? Dann rauf auf den Berg!

1 comment on “Die Berge lesen lernen

  1. Pingback: Aufi Brettl’n und owi Wedl’n | Berghasen

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