Bergtouren Tipps & Tricks Touren

Das Bluntautal: der Yosemite Salzburgs

Im Bluntautal darf die Natur noch Natur sein. Eine Entdeckungsreise durch eine idyllische Bergoase.

Mein Großvater war bis 1970 Gebietsjäger im Bluntautal, einem Naturschutzgebiet südlich von Salzburg. Dementsprechend groß war seine Freude, als er uns Kinder, meine Schwester und mich, durch „seinen Wald“ führen konnte. Das muss jetzt etwa 15 Jahre her sein.

Die wild wuchernden Wälder, die klaren Bächlein und der donnernde Wasserfall beeindruckten mich damals wie heute. Wenn ich jetzt an den Ort zurückkehre, an dem mein Vater seine Kindheit verbracht hat, fühle auch ich mich wieder wie ein Kind. Die hohen Feldwände links und rechts des Talbodens geben dir das Gefühl, winzig klein zu sein. Die Torrener Ache, die sich gemächlich durch den dichten Mischwald schlängelt, lädt zum Plantschen und Steine sammeln ein. Bäche versickern im Unterholz und tauchen an einer anderen Stelle wieder auf. Im ganzen Tal ist das Rauschen des Windes in den Baumwipfeln, das Plätschern der Bächlein und das Zwitschern der Vögel zu hören.

Bewegungsparadies Bluntautal

In dem schier undurchdringbaren Dickicht aus Weiden, Nadelbäumen, Wurzeln und morschen Baumstämmen gibt es jede Menge zu entdecken. Auf einem der verzweigten Waldwege findet jeder Besucher einen Weg zum Talschluss. Das Bluntautal ist ein echtes Bewegungsparadies. Hier fühlen sich Wanderer, Spaziergeher, Trailrunner, Kletterer und Mountainbiker gleichermaßen wohl.

Besonders die anfangs noch sanft ansteigende Forststraße ist ein geeignetes Terrain für Mountainbiker. Spätestens nach dem Bärenhof steigt der Weg bis zum Stahlhaus und dem Oberjoch stark an. Die blühenden Bergwiesen und ein traumhaftes Panorama über das Tal entschädigen aber für die Quälerei.

Ziel eines gemütlichen Familienausflugs können die Bluntauseen – etwa 20 Gehminuten von Taleingang – sein. Sie sind auch mit dem Kinderwagen gut zu erreichen. Ihre Ufer bieten das perfekte Umfeld für ein idyllisches Picknick. Wer höher hinaus will, kann vom Bärenhof aus auf den Schneibstein oder den Hohen Göll aufbrechen.

Unerwartete Entdeckung

So weit sind wir dieses Mal nicht vorgedrungen. Wir folgen dem Forstweg nach dem Bärenhof noch eine gute halbe Stunde bergwärts und entdecken so mehr durch Zufall unser eigenes kleines Paradies. Dem Rauschen des Fischbachs folgend, stehen wir plötzlich vor einer gut 20 Meter tiefen Schlucht, an deren Boden der Bach über kleinere und größere Felsstufen stürzt. Der kleine Fluss hat über die Jahre große Löcher aus dem Fels gespült, die uns jetzt, mit türkisblauem Wasser gefüllt, entgegen schimmern. Wir wagen uns das abschüssige Gelände hinab.

Vor dort aus eröffnet sich uns ein atemberaubender Blick über das Bluntautal. Wir sind sofort überwältigt von der Schönheit dieses Ortes. „Das erinnert mich gerade sehr an den Yosemite National Park“, bemerkt meine Begleiterin Sarah. Wer also nicht das Budget für eine Amerikareise aufbringen kann, der sollte wenigstens das Bluntautal besuchen.

Die prallgefüllten Wasserbecken zwingen uns förmlich zu einem Bad darin. Lage halten wir es in dem eisigen Wasser nicht aus. Nach dem Herausklettern kribbelt es am ganzen Körper und ich fühle mich stark und lebendig. Vom Tal herauf weht ein starker, aber in der Hitze angenehmer Wird. Er trocknet das Nass auf unserer Haut. So liegen wir noch eine Weile auf dem nackten Fels, genießen die Aussicht und dösen in der Geräuschkulisse, die der Fischbach und der Wind für uns schaffen.

8 comments on “Das Bluntautal: der Yosemite Salzburgs

  1. Schöner Beitrag zu dem netten Fleckerl gleich in der Nähe.
    Ist das der in der Karte eingezeichnete Bluntautalwasserfall? Gibt’s auch tiefere Stellen als die 20m und wie breit ist die Schlucht. Wisst ihr das noch? Der Spot könnte Potential haben 😉

    Übrigens:
    Mit dem MTB zur Oberjochalm hoch und dann den Weg 451 retour kann ich nur empfehlen (wenn man Single Trials mag).

    Gefällt mir

    • Die Gumpen sind ein wenig außerhalb vom Bluntauwasserfall. Die Schlucht hat auf jeden Fall Potential, jedenfalls zum Canyoning :-).

      Die Mountainbikeroute und den Singeltrail kenne ich. Gehört zu meinen Standardrouten. Ein Artikel dazu folgt sicher bald.

      Gefällt mir

      • Die Schlucht ist auf jeden Fall eingebohrt und wird auch begangen.

        Gefällt mir

      • Stimmt – es werden dort auch geführte Canyoning-Touren angeboten. Mal sehen, vielleicht geht sich das für und nächstes Frühjahr mal aus. Dann können wir dazu auch einen Artikel machen 🙂

        Gefällt mir

  2. Hallo, gibt es zu diesem schönen Fleck auch eine genaue Beschreibung oder koordinaten? Das wäre super!

    Gefällt mir

  3. Ja der Wahnsinn, wie schön ist des bitte!! So ein genialer Flecken Paradies und nicht mal weit weg! Ja des Wasser kann ich mir vorstellen, eiseiskalt…aber dennoch traumhaft. Danke für den Tipp!

    Gefällt mir

Deine Meinung zum Thema

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s